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Anschluss eines Schützes: Verdrahtung von Hauptstromkreis, Spule, Hilfskontakten und Überlast

Anschluss eines Schützes: Schaltplan & Schritt-für-Schritt-Anleitung

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Um ein Schütz zu verdrahten, schließen Sie den ankommenden Laststromkreis an die vom Hersteller als netzseitig gekennzeichneten Anschlussklemmen an, verbinden Sie die entsprechenden lastseitigen Anschlussklemmen mit dem Verbraucher und bestromen Sie die Schützspule über A1 und A2 mit der korrekten Steuerspannung. Bei einem Motorstarter fließt die Motorleistung normalerweise durch ein Überlastrelais, während der normalerweise geschlossene Auslösekontakt des Überlastrelais in den Spulensteuerkreis verdrahtet wird.

Dies ist der grundlegende Ablauf, jedoch können Kennzeichnungen, zulässige Einspeiserichtung, Spulentyp, Steuerspannung und Zubehöranschlüsse variieren. Verwenden Sie immer den auf dem Gerät aufgedruckten Schaltplan sowie das Datenblatt für das exakte Schützmodell.

Elektrische Sicherheit: Schützschaltungen können mehrere Stromquellen und gefährliche Spannungen enthalten. Installation, Prüfung und Inbetriebnahme sollten nur durch qualifiziertes Elektrofachpersonal unter Anwendung des geltenden Lockout/Tagout-Verfahrens, der Spannungsprüfmethode, persönlicher Schutzausrüstung, Herstelleranweisungen und lokaler elektrotechnischer Vorschriften durchgeführt werden. Betrachten Sie diesen allgemeinen Leitfaden niemals als Ersatz für den Projektschaltplan oder die Produktdokumentation.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Halten Sie den Laststromkreis und den Steuerstromkreis sowohl im Schaltplan als auch im Schaltschrank getrennt.
  • L1/L2/L3 und T1/T2/T3 sind gängige Kennzeichnungen für den Hauptstromkreis; A1 und A2 kennzeichnen den Spulenstromkreis.
  • Die Spulennennspannung muss mit der Steuerspannungsversorgung übereinstimmen, nicht mit der Motor- oder Lastspannung.
  • A2 wird nicht immer an den Neutralleiter angeschlossen. Der Anschluss hängt von der Steuerspannungsversorgung und der Spulenauslegung ab.
  • Ein Schütz dient zum Schalten, nicht als vollständiger Überlast- oder Kurzschlussschutz.
  • Ein Drei-Draht-START/STOP-Stromkreis benötigt einen normalerweise offenen Haltekontakt; alle Details zur Anschlussklemme und Inbetriebnahme müssen genau dem Modell und dem Projektverfahren entsprechen.

Schaltplan für Schütz: Der komplette Stromkreis auf einen Blick

Ein einfacher Drehstrom-Motorstarter enthält zwei zusammengehörige Stromkreise:

  1. Hauptstromkreis: führt den Motorstrom durch die Kurzschlussschutzeinrichtung, das Schütz, das Überlastrelais und den Motor.
  2. Steuerstromkreis: bestromt die Schützspule über den STOP-Taster, den Überlastauslösekontakt, den START-Taster und den Haltekontakt.

Das folgende Funktionsdiagramm zeigt den Zusammenhang. Es handelt sich nicht um eine modellspezifische Konstruktionszeichnung.

Vollständiger DOL-Schütz-Leistungskreis und Dreileiter-Steuerstromkreis mit koordiniertem dreipoligem Schutz und Überlastrelais.
HAUPTSTROMKREIS

Versorgung   Koordinierter 3-poliger SCPD oder Sicherungssatz     Schütz      Überlast       Motor
L1  --------[ Pol 1                               ]--- 1/L1  2/T1 --- Hauptpol --- U
L2  --------[ Pol 2 — ein koordiniertes Gerät/Satz ]--- 3/L2  4/T2 --- Hauptpol --- V
L3  --------[ Pol 3                               ]--- 5/L3  6/T3 --- Hauptpol --- W
PE  ------------------------------------------------------------------------- Gehäuse


DREIDRAHT-STEUERSTROMKREIS

Steuerung L/+ -- Steuerungsschutz -- STOP NC -- OL 95-96 NC --+-- START NO --+-- A1
                                                              |              |
                                                              +-- KM 13-14 --+
                                                                             A2 -- N/-

Im Steuerungsdiagramm, KM bezeichnet das Schütz. Wenn START gedrückt wird, zieht die Spule an. Der normalerweise offene Hilfskontakt 13-14 des Schützes schließt dann und überbrückt den losgelassenen START-Taster. Das Drücken von STOP oder das Auslösen des Überlastrelais öffnet den Steuerstromkreis und lässt das Schütz abfallen.

Identifizieren Sie die Schützklemmen vor der Verdrahtung

Anschlussbezeichnungen nach IEC-Standard sind weit verbreitet, aber die physischen Positionen und verfügbaren Kontakte unterscheiden sich je nach Produkt. Einige Schütze verfügen über integrierte Hilfskontakte; andere erfordern einen Zusatzblock. Manche bieten doppelte Spulenanschlüsse, um die Schaltschrankverdrahtung zu vereinfachen.

Anschlussklemmenbelegung des Schützes für A1 A2 Spule, 13-14 normalerweise offen, 21-22 normalerweise geschlossen und Überlast-Auslösekontakt 95-96.
Typische Kennzeichnung Typische Funktion Was ist zu überprüfen?
1/L1, 3/L2, 5/L3 Eingehende Hauptstromleiter Zulässige Einspeiserichtung und Phasenanordnung
2/T1, 4/T2, 6/T3 Geschalteter Ausgang zur Last oder zum Überlastrelais Korrekte Zuordnung zur entsprechenden Anschlussklemme
A1, A2 Schützspule Bemessungsspannung, AC oder DC, Frequenz sofern zutreffend sowie Polaritätsanforderungen
13-14 Erster normalerweise offener Hilfskontakt Verfügbarkeit und Bemessungsdaten des Steuerstromkreises
21-22 Erster normalerweise geschlossener Hilfskontakt Verfügbarkeit und vorgesehene Verriegelungs- oder Meldefunktion
95-96 Gemeinsamer normalerweise geschlossener Überlast-Auslösekontakt Exaktes Überlastrelais-Schaltbild und Rückstellvorrichtung
97-98 Gemeinsamer normalerweise offener Überlast-Auslösekontakt Exaktes Überlastrelais-Schaltbild und Meldefunktion

Die oben genannte Anschlusskonvention wird durch die Schütz-Dokumentation des Herstellers unterstützt, einschließlich der ABB Schütze und Überlastrelais Leitfaden. Eine vertraute Anschlussklemmennummer ist jedoch keine Erlaubnis, das exakte Produktdiagramm zu überspringen.

Für eine gezielte Erläuterung der Hauptanschlussklemmen siehe Was bedeuten L1, L2, T1 und T2 bei einem Schütz?.

Bevor Sie ein Schütz verdrahten: Sechs Eingangsgrößen bestätigen

Bevor Sie beginnen, notieren Sie die sechs Eingangsgrößen, die den tatsächlichen Stromkreis bestimmen.

Eingang Zu beantwortende Frage Warum dies die Verdrahtung verändert
Hauptversorgung Phasenanordnung, Spannung und Frequenz Hauptpole und vorgeschaltete Betriebsmittel
Last Motor, Heizung, Beleuchtung, Kondensatorbatterie oder andere Last Gebrauchskategorie und Schutz
Schütz Modell, Polanordnung und zulässige Anschlussrichtung Genaue Anschlussbelegung
Spule Spannung, AC/DC-Typ, Frequenz und Polarität A1/A2 Steuerspannungsversorgung
Steuerungsverfahren Dauerbetriebsgerät, SPS oder START/STOP-Taster Zwei- oder Drei-Leiter-Logik
Schutz Kurzschluss- und Überlastschutzverfahren Erforderliche koordinierte Geräte

Der Motor kann mit 400 V Drehstrom betrieben werden, während die Schützspule mit 24 V DC, 110 V AC, 120 V AC, 230 V AC oder einer anderen spezifizierten Steuerspannung arbeitet. Leiten Sie die Spulenspannung niemals von der Lastspannung ab.

Falls das Schütz noch nicht ausgewählt wurde, verwenden Sie den separaten Leitfaden, um Schütze, Überlastrelais und Leistungsschalter anhand der Motordaten auszuwählen. Dieser Artikel setzt voraus, dass die Komponentenauswahl und das Schutzdesign bereits abgeschlossen sind.

Schritt 1: Trennen Sie jede Stromquelle und stellen Sie sicher, dass der Stromkreis spannungsfrei ist

Ein Schaltschrank kann über eine Hauptstromversorgung, einen separaten Steuertransformator, eine externe SPS-Versorgung oder ein Fernsignal verfügen, das auch nach dem Öffnen des Hauptschalters unter Spannung bleibt.

Bevor Sie Leiter berühren, identifizieren Sie jede Energiequelle, schalten Sie die Anlage ab und trennen Sie sie vom Netz, wenden Sie die erforderlichen Lockout/Tagout-Maßnahmen an und lassen Sie den spannungsfreien Zustand von einer qualifizierten Person mit geeigneten Prüfgeräten gemäß dem zugelassenen Verfahren verifizieren. Die Anweisungen für Schütze von Schneider Electric beschränken Installation und Wartung ebenfalls auf qualifiziertes Personal und schreiben vor, dass vor Wartungsarbeiten die gesamte Stromversorgung unterbrochen werden muss.

Befolgen Sie bei globalen Projekten die geltenden nationalen Regeln, lokalen Vorschriften, betrieblichen Abläufe und Herstelleranweisungen. Für Installationen in den Vereinigten Staaten gilt die lokal angenommene Ausgabe von NFPA 70, National Electrical Code regelt die Installationsanforderungen; NFPA 70E behandelt sichere elektrische Arbeitspraktiken. Es können auch OSHA-Anforderungen gelten, einschließlich 29 CFR 1910.333 für die Spannungsfreischaltung, Verifizierung und Arbeitspraktiken für qualifiziertes Personal sowie 29 CFR 1910.147 wenn Wartungs- oder Instandhaltungsarbeiten mit gefährlicher Energie verbunden sind. Die Anwendbarkeit hängt vom Arbeitsplatz und der Aufgabe ab.

Schritt 2: Montage des Schützes und Planung der Leitungswege

Installieren Sie das Schütz auf der vorgesehenen DIN-Schiene, Montageplatte oder Starterbaugruppe in der vom Hersteller zugelassenen Ausrichtung. Stellen Sie sicher, dass Zusatzblöcke, Überlastrelais, Abdeckungen und Anschlussklemmen zugänglich bleiben.

Verlegen Sie Leistungs- und Steuerleitungen durch die dafür vorgesehenen Kabelkanäle, halten Sie die Durchgängigkeit des Schutzleiters unabhängig vom Schützbetrieb aufrecht, wahren Sie die erforderlichen Abstände und Belüftung und halten Sie die Adernummern an den Anschlussklemmen sichtbar.

Gehen Sie nicht davon aus, dass jedes Schütz die Spannungsversorgung nur von oben aufnimmt. Einige Produktfamilien erlauben unter definierten Bedingungen alternative Versorgungsrichtungen, während andere modell- oder zertifizierungsspezifische Anforderungen haben. Befolgen Sie die Kennzeichnungen an den Anschlussklemmen und das Installationsblatt.

Schritt 3: Verdrahtung des Hauptstromkreises

Verdrahtung eines dreiphasigen Schützes

Für eine übliche dreipolige Schützanordnung:

  1. Schließen Sie die geschützten ankommenden Phasen an die als 1/L1, 3/L2 und 5/L3 gekennzeichneten Anschlussklemmen des Schützes an.
  2. Verbinden Sie 2/T1, 4/T2 und 6/T3 mit dem nächsten Gerät im Strompfad.
  3. Bei einem Motorstarter mit separatem Überlastrelais führen Sie alle erforderlichen Motorleiter gemäß dessen Schaltplan durch das Überlastrelais.
  4. Schließen Sie die Ausgänge des Überlastrelais an die vom Motorhersteller gekennzeichneten Motoranschlussklemmen an.
  5. Schließen Sie den Schutzleiter an das Motorgehäuse und die erforderlichen Erdungspunkte an. Führen Sie den PE nicht durch einen normalen Schützpol.

Behalten Sie die Phasenfolge durch das Schütz und das Überlastrelais konsistent bei. Die Motordrehrichtung muss während der Inbetriebnahme dennoch überprüft werden, da die ankommende Phasenfolge und die Motoranschlüsse die tatsächliche Richtung bestimmen.

Verdrahtung eines einphasigen Schützes

Eine einphasige Last kann je nach Schütz, Systemanordnung, Trennanforderungen und örtlichen Installationsvorschriften einen oder mehrere Hauptpole verwenden.

Der grundlegende Strompfad ist:

Abgesicherter Versorgungsleiter -> Schütz-Hauptpol -> Lastleiter

Ob der Neutralleiter oder ein zweiter Außenleiter ebenfalls geschaltet wird, ist eine konstruktive Entscheidung und keine allgemeingültige Regel für Schütze. Kopieren Sie kein zweipoliges Beispiel, ohne das elektrische System, die Trennanforderungen, die Last und die genauen Geräteanweisungen zu prüfen.

Wenn das Projekt ein DIN-Schienen-Gerät für Beleuchtung, Heizung oder Gebäudeautomation verwendet, deckt das Leitfaden zur Verdrahtung und Auswahl von modularen Schützen diese engere Produktfamilie ab.

Schritt 4: Verdrahtung der Spulenanschlüsse A1 und A2

Die Spule ist der Steuereingang des Schützes. Das Anlegen der Bemessungssteuerspannung an A1 und A2 erzeugt die Magnetkraft, die die Haupt- und Hilfskontakte schließt. Das Abschalten dieser Spannung löst den Mechanismus.

Folgen Sie dieser Reihenfolge:

  1. Lesen Sie das Spulenschild und den Produktcode.
  2. Bestätigen Sie die Nennspulenspannung.
  3. Bestätigen Sie, ob die Spule für AC oder DC ausgelegt ist.
  4. Bestätigen Sie bei einer AC-Spule gegebenenfalls die angegebene Frequenz.
  5. Prüfen Sie bei einer DC-Spule, ob die Polarität gekennzeichnet ist oder durch eine elektronische Spule oder ein Entstörmodul vorgegeben wird.
  6. Identifizieren Sie die beiden Leiter der tatsächlichen Steuerstromversorgung.
  7. Führen Sie den geschalteten Steuerpfad an A1 und den definierten Rückleiter an A2, sofern das Produktschema keine andere Anordnung vorsieht.

Der Rückleiter an A2 wird durch die Steuerstromversorgung definiert, nicht allein durch die Anschlussklemme. In einem 220/380 V elektrisches System kann beispielsweise eine korrekt bemessene 220 V AC-Spule eine Außenleiter-Neutralleiter-Versorgung nutzen, während eine korrekt bemessene 380 V AC-Spule eine Außenleiter-Außenleiter-Versorgung nutzen kann. Dies sind lediglich Beispiele für Steuerstromkreise: Die tatsächliche Nennspannung, der Steuerstromkreisschutz, die Verdrahtungsmethode und die A1/A2-Anschlüsse müssen dem Spulenschild, dem exakten Schaltplan des Herstellers und den geltenden örtlichen Vorschriften entsprechen.

Vergleich eines 220 V AC Außenleiter-Neutralleiter-Schützspulenstromkreises und eines 380 V AC Außenleiter-Außenleiter-Spulenstromkreises, der zeigt, warum A2 nicht immer der Neutralleiter ist.

Wird A2 immer an den Neutralleiter angeschlossen?

Nein. A2 wird an die Rückleitung des Spulenstromkreises angeschlossen. Dies kann je nach Steuerspannungsversorgung der Neutralleiter, eine andere Phase, 0 V DC oder ein anderer definierter Steuerleiter sein.

Beispiele hierfür sind:

  • AC-Steuerung Außenleiter gegen Neutralleiter;
  • AC-Steuerung Außenleiter gegen Außenleiter;
  • die Sekundärseite eines separat abgeleiteten Steuertransformators;
  • eine 24 V DC-Steuerspannungsversorgung;
  • ein vom Schützhersteller definiertes elektronisches Steuermodul.

Schließen Sie niemals einen Neutralleiter an A2 an, nur weil ein allgemeines Schaltbild dies zeigt. Identifizieren Sie zuerst die Steuerquelle und die Spulennennspannung.

Schritt 5: Wählen Sie zwischen Zwei-Draht- oder Drei-Draht-Steuerung

Die Steuerungsmethode bestimmt, was passiert, wenn das Steuersignal oder die Versorgung unterbrochen wird.

Zweileiter-Dauerkontakt-Schützsteuerung im Vergleich zur Dreileiter-START-STOPP-Steuerung unter Verwendung eines 13-14 Haltekontakts.
Steuerungsverfahren Typisches Steuergerät Halteschütz erforderlich? Typisches Verhalten
Zwei-Draht-Steuerung Rastender Wahlschalter, Thermostat, Schwimmerschalter, Druckschalter, Relais oder dauerhafter SPS-Befehl Keine Schütz folgt dem dauerhaften Befehl
Dreileitersteuerung Tast-STOPP- und START-Drucktaster Ja Das Schütz bleibt über einen Hilfskontakt erregt, bis ein STOPP-Befehl, eine Überlastauslösung oder ein Stromausfall den Stromkreis unterbricht

Grundlegende Zweileiter-Schützsteuerung

Der einfachste Steuerpfad ist:

Steuerspannungsversorgung -> Steuerungsschutz -> Dauersteuerkontakt -> A1
A2 -> Steuerrückleitung

Wenn der Dauersteuerkontakt schließt, wird die Spule erregt. Wenn er öffnet, fällt die Spule ab. Da der Steuerbefehl bestehen bleibt, können einige Zweileitersysteme bei Wiederkehr der Steuerspannung selbsttätig neu starten. Stellen Sie vor der Auswahl des Stromkreises sicher, ob dieses Verhalten für die Maschine oder den Prozess zulässig ist.

Dreileiter-START/STOPP-Steuerung

Ein Dreileiter-Stromkreis verwendet einen normalerweise geschlossenen STOPP-Taster, einen normalerweise offenen START-Taster und einen normalerweise offenen Hilfskontakt des Schützes.

L/+ -- STOPP NC -- OL 95-96 NC --+-- START NO --+-- A1
                                 |              |
                                 +-- KM 13-14 --+
                                                A2 -- N/-

Betrieb:

  1. Wenn STOPP und der Überlastkontakt geschlossen sind, wird durch Drücken von START die Spule erregt.
  2. Das Schütz schließt seine Hauptkontakte und den Hilfskontakt 13-14.
  3. Der geschlossene Kontakt 13-14 stellt einen parallelen Pfad um START herum bereit.
  4. Das Loslassen von START unterbricht den Spulenstromkreis nicht mehr.
  5. Das Drücken von STOPP öffnet den seriellen Steuerpfad und lässt das Schütz abfallen.
  6. Eine Überlastauslösung öffnet 95-96 und lässt ebenfalls das Schütz abfallen.
  7. Der Verlust der Steuerspannung lässt das Schütz abfallen; nach der Rückkehr der Spannung ist normalerweise ein neuer START-Befehl erforderlich.

Wenn das Schütz nur anzieht, solange START gedrückt gehalten wird, überprüfen Sie den Haltekontakt, dessen Anschlussklemmenbelegung und die Parallelverdrahtung um den START-Taster.

Schritt 6: Anschließen des Überlastrelais für einen Motorstarter

Ein Schütz ist ein Schaltgerät. Es bietet normalerweise von sich aus keinen Motorüberlastschutz oder Kurzschlussunterbrechung. Ein einfacher Motorstarter kombiniert üblicherweise das Schütz mit einem Überlastrelais und der erforderlichen Steuerverdrahtung. Der Unterschied wird erklärt in Schütz vs. Motorstarter.

Für eine übliche Anordnung mit separatem Überlastrelais:

  1. Verbinden Sie die lastseitigen Ausgänge des Schützes mit den Leistungseingängen des Überlastrelais, wie vom Hersteller angegeben.
  2. Verbinden Sie die Leistungsausgänge des Überlastrelais mit dem Motor.
  3. Platzieren Sie den normalerweise geschlossenen Auslösekontakt des Überlastrelais, üblicherweise 95-96, in Reihe mit dem Schützspulenstromkreis.
  4. Verwenden Sie den normalerweise offenen Auslösekontakt, üblicherweise 97-98, nur bei Bedarf und innerhalb seiner Nennwerte für eine Störungsanzeige oder einen Eingang des Steuerungssystems.
  5. Konfigurieren Sie das Überlastrelais anhand des Motortypenschilds, der Anwendungsanforderungen, der geltenden Vorschriften und der Herstelleranweisungen.
  6. Stimmen Sie den Starter mit der erforderlichen vorgeschalteten Kurzschluss-Schutzeinrichtung ab.

Wenn das Überlastrelais auslöst, öffnet 95-96. Die Schützspule wird stromlos, die Hauptkontakte öffnen sich und der Motor stoppt. Das Überlastrelais muss daher nicht den vollen Motorstrom über seinen Hilfsauslösekontakt unterbrechen; es steuert das Schütz zum Öffnen an.

Für die Schutzfunktion und das Verhalten der Anschlussklemme siehe Thermisches Überlastrelais erklärt. Hersteller-DOL-Schaltpläne, wie zum Beispiel die Schneider Electric Anleitung für Schütze und Überlastrelais, sollte für die exakt kompatible Produktkombination verwendet werden.

Schritt 7: Hilfskontakte, Rückmeldung und Spulenentstörung hinzufügen

Hilfskontakte übertragen Steuer- und Anzeigesignale, nicht den Hauptlaststrom.

Zu den gängigen Funktionen gehören:

  • 13-14 NO: Selbsthaltekreis oder RUN-Rückmeldung;
  • 21-22 NC: Freigabe, einfache Verriegelung oder OFF-Anzeige;
  • zusätzliche NO/NC-Kontakte: SPS-Status, Meldeleuchten, Ablaufsteuerung oder Verriegelung.

Überprüfen Sie die Bemessung des Steuerstromkreises des Hilfskontakts auf die tatsächliche Spannung, Stromstärke und Lastart. Ein Kontakt, der für einen SPS-Eingang geeignet ist, ist möglicherweise nicht für das direkte Schalten einer größeren elektromagnetischen Last geeignet.

Induktive Schützspulen können beim Abschalten eine Spannungsspitze erzeugen. Wo eine Entstörung erforderlich ist, verwenden Sie das für die Spule spezifizierte Zubehör oder die Entstörungsmethode:

  • Diode oder Elektronikmodul für eine kompatible DC-Spule;
  • Widerstands-Kondensator-Netzwerk, Varistor oder vom Hersteller spezifiziertes Modul für eine kompatible AC-Spule;
  • ein Koppelrelais, wenn der Steuerausgang die Spule nicht sicher versorgen oder unterbrechen kann.

Fügen Sie keinen beliebigen Entstörer hinzu. Die Art der Entstörung kann Polarität, Abfallzeit, Kompatibilität und die Schaltbelastung des Steuergeräts beeinflussen.

Schritt 8: Jede Anschlussklemme festziehen, beschriften und prüfen

Verwenden Sie den Leitertyp, das Anschlusszubehör, die Abisolierlänge und das Anzugsdrehmoment, die für das jeweilige Anschlussklemmen- und Schützmodell spezifiziert sind. Es gibt keinen zuverlässigen universellen Drehmomentwert für Schütze: Die Hauptanschlussklemmen und Steueranschlussklemmen können selbst am selben Gerät unterschiedliche Werkzeuge und Einstellungen erfordern.

Bevor Sie Abdeckungen wieder anbringen, vergleichen Sie die Adernummern mit dem Schaltplan, überprüfen Sie die Zuordnung von Netz zu Last sowie A1/A2 anhand des Spulenschilds, bestätigen Sie den STOP/95-96 Reihenpfad und den 13-14 Haltezweig, prüfen Sie die Leitereinführung sowie die Trennung von Leistungs- und Steuerstromkreis, bestätigen Sie die Durchgängigkeit des Schutzleiters und installieren Sie alle Trennwände und Abdeckungen wieder.

Schritt 9: Inbetriebnahme des Schützes in Stufen

Verwenden Sie das für das Projekt genehmigte Inbetriebnahmegerät. Wo es das Design zulässt, testen Sie den Steuerstromkreis, bevor Sie die Hauptspannung an die Last anlegen.

Steuerstromkreis-Test

  1. Halten Sie den Laststromkreis isoliert und setzen Sie gemäß dem genehmigten Verfahren nur den Steuerstromkreis unter Spannung.
  2. Betätigen Sie den Befehl und bestätigen Sie das einwandfreie Anziehen ohne anhaltendes Rattern.
  3. Überprüfen Sie die erwarteten NO/NC Hilfskontaktzustände und die Drei-Draht-Haltefunktion.
  4. Drücken Sie STOP und bestätigen Sie den Abfall.
  5. Verwenden Sie die zulässige Testfunktion des Überlastrelais, um zu bestätigen, dass eine Auslösung den Spulenstromkreis öffnet.

Funktionsprüfung des Hauptstromkreises

Nachdem der Steuerstromkreis die Prüfung bestanden hat:

  1. Schalten Sie erneut spannungsfrei, schließen Sie die Inspektion des Hauptstromkreises ab und bringen Sie Abdeckungen und Trennwände wieder an.
  2. Schalten Sie gemäß dem genehmigten Verfahren ein und starten Sie die Last.
  3. Bestätigen Sie den korrekten Betrieb der Pole und die erwartete Lastversorgung.
  4. Überprüfen Sie bei einem Motor vor der Inbetriebnahme die Drehrichtung gemäß dem sicheren Verfahren des Projekts.
  5. STOP/Abfall-Betrieb bestätigen und Einstellungen, Ergebnisse sowie genehmigte Zeichnungsänderungen protokollieren.

Ein Schütz, das rattert, überhitzt riecht, den Schutz auslöst oder ungewöhnliche Lichtbogenbildung zeigt, nicht wiederholt unter Spannung setzen. Zuerst das System isolieren und den Stromkreis diagnostizieren.

Häufige Probleme bei der Schützverdrahtung

Symptom Erste Überprüfung Wahrscheinliche Ursachen Korrekturmaßnahme
Schütz zieht nicht an Spannung direkt an A1-A2 während des Befehls Falsche Spulenspannung, offener STOP-Stromkreis, offener 95-96, fehlende Steuerrückmeldung, defekte Spule Den Steuerpfad anhand des Schaltplans nachverfolgen und die Spulendaten überprüfen
Schütz zieht nur an, während START gedrückt wird Durchgang durch den Haltestromkreis 13-14 nicht parallel zu START angeschlossen, falsche Hilfsklemmen, Hilfskontakt schließt nicht Selbsthaltezweig korrigieren und testen
Schütz flattert Spulenspannung während des Anziehversuchs Unterspannung, instabile Steuerspannungsversorgung, lose Verbindung, falscher Spulentyp oder falsche Frequenz, mechanische Verschmutzung Spannungsversorgung, Anschluss oder Gerätezustand isolieren und korrigieren
Spule überhitzt oder fällt aus Spulenbeschriftung im Vergleich zur tatsächlichen Steuerspannung AC/DC-Fehlanpassung, Überspannung, falsche Frequenz, übermäßige Schaltzyklen, mechanischer Defekt, der das vollständige Anziehen verhindert Beschädigte Teile ersetzen und die Steuerspezifikation korrigieren
Schütz schaltet, aber die Last nicht Spannung an den netz- und lastseitigen Anschlussklemmen in beiden Zuständen Vorgeschaltetes Gerät offen, fehlende Phase, beschädigter Hauptkontakt, Überlastrelais ausgelöst, Verdrahtungsfehler auf der Lastseite Den Hauptstromkreis gemäß dem zugelassenen Prüfverfahren phasenweise verfolgen
Überlast löst aus, aber das Schütz bleibt erregt Position 95-96 im Spulenstromkreis Auslösekontakt überbrückt, falsches Anschlussklemmenpaar, Fehler in der Steuerverdrahtung Verkabeln Sie den normalerweise geschlossenen (NC) Auslösekontakt im vorgesehenen Serienpfad neu
SPS-Ausgangsfehler oder -Rücksetzungen Spuleneinschaltstrom und Entstörungsanordnung Ausgang kann die Spule nicht ansteuern, falsche Entstörung, Problem mit gemeinsamem Bezugspotenzial Verwenden Sie eine kompatible Schnittstelle oder ein Schütz-Steuermodul
Motor läuft in die falsche Richtung Phasenfolge am Motor Zwei Phasen vertauscht Stromkreis freischalten und Phasenfolge gemäß dem zugelassenen Verfahren korrigieren

Zu vermeidende Fehler bei der Schützverdrahtung

Fehler Korrekte Regel
Auswahl der Spule basierend auf der Motorspannung Spule auf die Steuerspannung abstimmen
Behandlung von A1/A2 als Lastanschlüsse Verwenden Sie A1/A2 nur für den Spulenstromkreis
Unter der Annahme, dass A2 immer Neutralleiter ist Identifizieren Sie den tatsächlichen AC- oder DC-Steuerungsrückleiter
Weglassen des Haltekontakts Setzen Sie den korrekten NO-Hilfskontakt parallel zu START
Verwendung eines Schützes als alleiniger Motorschutz Koordinieren Sie Überlast- und Kurzschlussschutz separat
Führen des Laststroms über einen Hilfskontakt Halten Sie Hilfskontakte innerhalb ihrer Nennwerte für Steuerstromkreise
Kopieren von allgemeinen Drehmoment- oder Leiterquerschnittswerten Verwenden Sie exakte Produkt- und Anschlussdaten
Ignorieren der DC-Spulenpolarität Beachten Sie die Kennzeichnungen für elektronische Spulen und Entstörglieder
Ausschließlich den Hauptstromkreis trennen Identifizieren und trennen Sie jede unabhängige Steuerstromquelle

Häufig Gestellte Fragen

Welche Drähte werden an A1 und A2 an einem Schütz angeschlossen?

A1 und A2 werden über die erforderlichen Steuergeräte mit der Steuerspannungsversorgung des Schützes verbunden. Ein typischer Stromkreis führt den geschalteten Steuerleiter an A1 und den Steuerrückleiter an A2, die genaue Anordnung hängt jedoch von der Spulenspannung, dem AC/DC-Typ, der Polarität und dem Schaltplan des Herstellers ab.

Benötigt A2 an einem Schütz einen Neutralleiter?

Nicht immer. A2 kann in einem AC-Steuerstromkreis zwischen Phase und Neutralleiter mit dem Neutralleiter verbunden werden, er kann jedoch auch mit einer anderen Phase, 0 V DC oder einem anderen Steuerrückleiter verbunden sein. Überprüfen Sie die Spule und die Steuerspannungsversorgung.

Was bedeuten L1, L2, L3 und T1, T2, T3?

Dies sind gängige Anschlussklemmenbezeichnungen für den Hauptstromkreis. L1/L2/L3 kennzeichnen typischerweise die ankommende Netzseite, während T1/T2/T3 die entsprechenden geschalteten Ausgänge kennzeichnen. Produkte nach IEC-Norm können auch 1/L1, 3/L2, 5/L3 und 2/T1, 4/T2, 6/T3 aufweisen. Überprüfen Sie den genauen Schaltplan des Geräts und die zulässige Versorgungsrichtung.

Wie verdrahtet man ein Schütz so, dass es nach dem Loslassen der START-Taste eingeschaltet bleibt?

Verwenden Sie einen normalerweise offenen Hilfskontakt, üblicherweise 13-14, parallel zur normalerweise offenen START-Taste. Wenn die Spule erregt wird, schließt 13-14 und hält den Spulenstromkreis aufrecht, bis STOP, eine Überlastauslösung oder ein Ausfall der Steuerspannung den Reihenpfad unterbricht.

Kann ein dreipoliges Schütz für eine einphasige Last verwendet werden?

Dies ist bei einigen Schützen und Anwendungen möglicherweise möglich, jedoch müssen die zulässige Polanordnung, die Anschlussmethode, die Gebrauchskategorie, der Nennstrom sowie das Schalten von Außen- oder Neutralleitern beim Hersteller und gemäß den Installationsvorschriften bestätigt werden. Gehen Sie nicht davon aus, dass jeder dreipolige Motorschütz über dieselbe zugelassene einphasige Anschlussmöglichkeit verfügt.

Benötigt ein Schütz ein Überlastrelais, einen Leistungsschalter oder eine Sicherung?

Eine Motoranwendung benötigt normalerweise einen geeigneten Überlastschutz, und der Stromkreis erfordert einen koordinierten Kurzschluss- und Leitungsschutz. Je nach Ausführung können diese Funktionen durch ein Überlastrelais, einen Motorschutzschalter, eine Sicherung, einen Leistungsschalter, einen Umrichter oder eine zugelassene Kombination realisiert werden. Das Schütz allein ist hauptsächlich ein Schaltgerät.

Kann ein SPS-Ausgang eine Schützspule direkt ansteuern?

Nur wenn der SPS-Ausgang mit der Spulenspannung, dem Dauerstrom, dem Anzugsstrombedarf, der Schaltlast und der Entstörbeschaltung kompatibel ist. Verwenden Sie andernfalls ein kompatibles Koppelrelais oder ein Schütz-Schnittstellenmodul. Befolgen Sie sowohl die Dokumentation der SPS als auch die des Schützes.

Checkliste für die Endverdrahtung

Prüfen Bestehensbedingung
Exakter Schaltplan Die Verdrahtung entspricht dem Schütz, dem Überlastrelais und dem Projektschaltplan
Energieversorgung und Schutz Hauptleiter folgen den vorgesehenen Polen; Kurzschluss-, Überlast- und Leitungsschutz sind koordiniert
Spule Spannung, AC/DC-Typ, Frequenz, Polarität und Steuerrückleitung entsprechen der Auslegung
Steuerlogik STOP und Überlastauslösung liegen in Reihe; der korrekte NO-Kontakt hält den START-Befehl
PE und Potenzialausgleich Die Durchgängigkeit des Schutzleiters hängt nicht vom Betrieb des Schützes ab
Abschlüsse Leiter, Drehmoment, Beschriftungen, Trennwände und Abdeckungen entsprechen exakt den Herstellerdaten
Funktionstests Anzug, Halten, STOPP, Überlastauslösung, Lastbetrieb und gegebenenfalls Motordrehrichtung sind alle erfolgreich.

Fazit

Die korrekte Verdrahtung eines Schützes beginnt mit der Trennung des Hauptstromkreises vom Steuerstromkreis. Die Hauptpole schalten die Leistung zwischen den Netz- und Lastanschlussklemmen; A1 und A2 versorgen die Spule mit Energie; Hilfskontakte dienen der Selbsthaltung, Rückmeldung oder Verriegelung; und ein Überlastrelais kann das Schütz bei einer Motorüberlast auslösen.

Die wichtigste Regel ist, die Anschlussbezeichnungen und Schaltpläne des jeweiligen Geräts als maßgeblich zu betrachten. Allgemeine Konventionen wie L/T, A1/A2, 13-14 und 95-96 sind nützlich für das Verständnis des Stromkreises, ersetzen jedoch nicht das Produktdatenblatt, den Anlagenschaltplan, die Schutzstudie oder die örtlichen Installationsvorschriften.

Zur Produktbewertung nach Festlegung der Steuerungs- und Schutzanforderungen prüfen Sie das VIOX AC-Schütz-Baureihe und bestätigen Sie die Lastart, den Betriebsstrom, die Polzahl, die Spulenspannung, die Hilfskontakte, das kompatible Überlastrelais und die erforderliche Kurzschlusskoordination.

Technische Quellen