Die Grundregel: Nicht nur nach Motor-kW auswählen
Die Motorleistung ist nur der Ausgangspunkt. Um Schütz, Überlastrelais und Leistungsschalter korrekt auszuwählen, rechnen Sie die Motorleistung zuerst um in den Motor-Vollaststrom (FLC), prüfen Sie dann die Motorspannung, die Anlaufmethode, die Gebrauchskategorie, die Einschaltdauer, das Kurzschlussniveau, den Überlastschutz und die Koordination zwischen den Geräten.
Für die meisten Niederspannungs-Motorschaltschränke:
- Die Schütz schaltet den Motor ein und aus.
- Die Überlastrelais schützt den Motor vor dauerhafter Überlast.
- Die Leitungsschutzschalter (MCB), Kompaktleistungsschalter (MCCB), Sicherung oder Motorschutzschalter (MPCB) bietet Kurzschlussschutz und Einspeiseschutz.
- Ein Motorstarter ist die koordinierte Zusammenstellung dieser Geräte.
Der größte Fehler besteht darin, ein Schütz und einen Leistungsschalter direkt anhand der kW-Angabe mit einem einfachen Multiplikator auszuwählen. Ein 7,5-kW-Motor in einer Pumpe, einem Brecher oder einem Reversierhubwerk erfordert möglicherweise unterschiedliche Schaltleistung, Überlastklasse und Kurzschlussschutz.
Wenn Sie zuerst einen grundlegenden Gerätevergleich benötigen, siehe Schütz vs. Motorstarter. Dieser Leitfaden konzentriert sich auf die praktische Auswahl.
Motorsteuerkomponenten und ihre Aufgaben

| Gerät | Hauptaufgabe | Auswahlgrundlage | Häufiger Fehler |
|---|---|---|---|
| Schütz | Schaltet die Motorleistung ein/aus | AC-3 oder AC-4 Motornennleistung, Spannung, Einschaltdauer, Spulenspannung | Auswahl nach AC-1 ohmscher Strombelastbarkeit |
| Thermisches/elektronisches Überlastrelais | Schützt den Motor vor anhaltender Überlast | Motornennstrom (FLC), Auslöseklasse, Rückstellmodus | Verzicht auf Überlastschutz bei installiertem Leistungsschalter |
| MPCB | Motorschutz gegen Überlast und Kurzschluss in einem Gerät | Motorstrombereich, Ausschaltvermögen, Koordination | Behandlung wie ein allgemeiner Leitungsschutzschalter (MCB) |
| MCB/MCCB | Abgangs- und Kurzschlussschutz | Prospektiver Kurzschlussstrom (PSCC), Kabelquerschnitt, Auslösekennlinie/Einstellungen, Koordination | Zu niedrig eingestellte unverzögerte Auslösung für den Motoranlauf |
| Fuse | Kurzschlussschutz, oft mit hohem Strombegrenzungsvermögen | Sicherungsklasse, Ausschaltvermögen, Koordination | Verwendung der falschen Sicherungskategorie für Motorbetrieb |
Ein Schütz ist kein Überlastschutzgerät. Ein einfaches Überlastrelais ist kein Kurzschlussschutzgerät. Ein allgemeiner Leitungsschutzschalter (MCB) ist nicht automatisch ein Motorschutzschalter. Diese Abgrenzungen sind wichtig.
Schritt 1: Umrechnung der Motorleistung in den Volllaststrom
Für einen Drehstrommotor ist eine erste Abschätzung des Leitungsstroms:
I = P / (sqrt(3) x V x PF x eta)
Wo:
Ich= Motorstrom in AmpereP= Motoraufnahme- oder -abgabeleistung in Watt, je nach verfügbaren DatenV= verkettete Spannung (Leiterspannung)PF= Leistungsfaktoreta= Wirkungsgrad
Wenn Sie nur die Motorabgabeleistung in kW kennen, verwenden Sie die Formel als Schätzwert und gleichen Sie diesen anschließend mit dem Motortypenschild ab. Die endgültige Auswahl sollte auf dem Volllaststrom des Typenschilds basieren, nicht nur der berechnete Strom.
Beispiel:
Ein 7,5 kW, 400 V Drehstrommotor mit einem geschätzten Leistungsfaktor von 0,85 und einem Wirkungsgrad von 0,90:
I = 7500 / (1,732 x 400 x 0,85 x 0,90)
I ≈ 14,2 A
Diese Schätzung dient als Ausgangspunkt. Der tatsächliche Nennstrom auf dem Typenschild kann abweichen. Motorkonstruktion, Effizienzklasse, Frequenz, Betriebsfaktor, Umgebungsbedingungen und das Design des Herstellers beeinflussen den realen Wert.
Für allgemeinere Niederspannungsformeln siehe Elektrische Formeln für die Planung und Wartung von Niederspannungsschaltanlagen.
Schritt 2: Auswahl des Schützes nach AC-3- oder AC-4-Betriebskategorie
Bei der Motorsteuerung nach IEC-Standard werden Schütze nicht allein nach einer allgemeinen Amperezahl ausgewählt. Die Gebrauchskategorie ist entscheidend.

| Verwendungskategorie | Typische Betriebsart | Bedeutung für die Auswahl |
|---|---|---|
| AC-1 | Nicht induktive oder leicht induktive Lasten | Ohmsche Lasten, kein normales Motoranlassen |
| AC-3 | Anlassen von Käfigläufermotoren und Abschalten nach Erreichen der Betriebsdrehzahl | Übliche Betriebsart für Pumpen, Lüfter, Kompressoren, Förderanlagen |
| AC-4 | Anlassen, Gegenstrombremsen, Tippbetrieb, Reversierbetrieb | Wesentlich schwerer als AC-3; Schütz muss eventuell größer dimensioniert werden |
| AC-15 | Steuerung von elektromagnetischen Wechselstromlasten | Hilfs-/Steuerkontakte, keine Hauptmotorschaltkontakte |
Für das standardmäßige Direkt-Einschalten von Motoren ist AC-3 oft die maßgebliche Schütznennleistung. Für Reversierbetrieb, Tippbetrieb, Gegenstrombremsen, Kran-, Hebezeug- oder häufigen Impulsbetrieb muss AC-4 oder eine schwerere Beanspruchungskategorie geprüft werden.
Wählen Sie ein Motorschütz nicht allein anhand des auf dem Gerät aufgedruckten AC-1-Stroms aus. AC-1 ist für ohmsche oder leicht induktive Lasten vorgesehen. Ein Schütz mit einer hohen AC-1-Nennleistung kann eine deutlich geringere Motornennleistung unter AC-3 oder AC-4 aufweisen.
Für die VIOX-Produktbewertung siehe 交流接触器 Produktseite.
Schritt 3: Überprüfung von Schützspannung, Polen und Spulenspannung
Nach der Auswahl der Motorbetriebsklasse bestätigen Sie:
- Anzahl der Pole
- Bemessungsbetriebsspannung
- Motorstrom oder kW-Nennleistung bei der tatsächlichen Spannung
- AC-3- oder AC-4-Bemessung
- Schaltvermögen (Ein- und Ausschaltvermögen)
- Elektrische Lebensdauer für den Betriebszyklus
- Mechanische Lebensdauer
- Bedarf an Hilfskontakten
- Spulenspannung und Art des Steuerstromkreises
Die Spulenspannung ist eine häufige Fehlerquelle vor Ort. Der Motor kann mit 400 VAC betrieben werden, der Steuerstromkreis jedoch mit 24 VDC, 110 VAC oder 230 VAC. Die Schützspule muss auf den Steuerstromkreis abgestimmt sein, nicht auf den Hauptstromkreis des Motors.
Überprüfen Sie zudem die Betriebsart der Anwendung:
- Standard-Pumpen- oder Lüfterstart/-stopp
- Häufige Schaltspiele
- Vorwärts-/Rückwärtsbetrieb
- Stern-Dreieck-Starter
- Sanftstarter-Bypass
- Frequenzumrichter-Eingangs- oder Bypass-Schütz
- Kondensatorschaltung, falls zutreffend
Jede Betriebsart kann die Auswahl des geeigneten Schützes beeinflussen.
Schritt 4: Auswahl des Überlastrelais
Motoren benötigen einen Überlastschutz, da sie bei anhaltender Überlast, blockiertem Rotor, Phasenausfall oder mechanischen Lastproblemen überhitzen können.
Ein Überlastrelais wird üblicherweise nach folgenden Kriterien ausgewählt:
- Volllaststrom gemäß Motortypenschild
- Einstellbereich des Überlastrelais
- Reiseklasse
- Manueller oder automatischer Rückstellmodus
- Phasenausfallempfindlichkeit, falls erforderlich
- Kompatibilität mit dem Schütz
- Umgebungstemperaturkompensation, falls zutreffend
Die Überlast-Einstellung sollte normalerweise auf dem Motornennstrom sowie den geltenden lokalen Vorschriften oder Herstellerangaben basieren.
Auslöseklasse ist entscheidend
Die Auslöseklasse gibt an, wie schnell das Überlastrelais unter definierten Überlastbedingungen auslöst. Gängige Klassen in vielen Motorsteuerungsanwendungen sind Klasse 10, Klasse 20 und Klasse 30.
| Auslöseklasse | Typische Verwendung |
|---|---|
| Klasse 10 | Standardmotoren mit normaler Anlaufzeit |
| Klasse 20 | Lasten mit längerer Hochlaufzeit |
| Klasse 30 | Schwere Anlaufbedingungen, die eine längere Hochlaufzeit erfordern |
Wählen Sie keine höhere Auslöseklasse, nur um Fehlauslösungen zu vermeiden. Wenn der Motor ohne eine hohe Auslöseklasse nicht anlaufen kann, überprüfen Sie die Anlaufmethode, das Lastträgheitsmoment, den Spannungsabfall, die mechanische Last und die Eignung des Motors.
Für einen ausführlicheren Leitfaden siehe Auswahlleitfaden für thermische Überlastrelais und Leitfaden für NEMA-Klasse 20 vs. IEC-Klasse 10 Überlastrelais.
Schritt 5: Entscheidung zwischen Überlastrelais und Motorschutzschalter (MPCB)
Ein MPCB, oder Motorschutzschalter, kombiniert je nach Produktdesign und Bemessungswerten den Motorüberlastschutz und den Kurzschlussschutz in einem Gerät. Er wird häufig in kompakten Motorstarter-Schaltschränken eingesetzt.
| Option | Am besten geeignet für | Achtungspunkt |
|---|---|---|
| Schütz + Überlastrelais + Sicherung/LS-Schalter/Leistungsschalter | Traditioneller Motorstarter, flexible Koordination | Erfordert eine separate Kurzschlussschutzeinrichtung |
| Motorschutzschalter + Schütz | Kompakte Motorabzweige, Maschinenschaltschränke, modulare Starter | Motorschutzschalter (MPCB) müssen auf den Motorstrombereich und das Kurzschlussniveau abgestimmt sein |
| Kompaktleistungsschalter (MCCB) + Schütz + Überlastrelais | Größere Motoren, Abzweige mit höheren Kurzschlusspegeln | MCCB-Einstellungen müssen auf Anlaufstrom und Überlastrelais abgestimmt sein |
| Sicherung + Schütz + Überlastrelais | Hohe Kurzschlussstrombegrenzung und robuste Koordination | Korrekte Sicherungsklasse und Austauschvorschriften erforderlich |
Wenn Sie zwischen Überlastrelais und Motorschutzschalter (MPCB) wählen, siehe Thermisches Überlastrelais vs. Motorschutzschalter (MPCB).
Schritt 6: Auswahl der Kurzschlussschutzeinrichtung
Kurzschlussschutz unterscheidet sich vom Überlastschutz.

Die Kurzschlussschutzeinrichtung kann sein:
- MCB
- Leistungsschalter
- MPCB
- Sicherung
- Sicherungslasttrennschalter
Sie muss basierend auf Folgendem ausgewählt werden:
- Versorgungsspannung
- Prospektiver Kurzschlussstrom am Installationsort
- Kabelquerschnitt und Verlegeart
- Motoranlaufstrom
- Auslösekennlinie oder Auslöseeinstellungen
- Koordination mit Schütz und Überlastrelais
- Anwendbare Normen und lokale Vorschriften
Die Grundregel lautet:
Ausschaltvermögen >= prospektiver Kurzschlussstrom
Wenn der verfügbare Fehlerstrom am Schaltschrank 10 kA beträgt, ist ein Leistungsschalter mit nur 6 kA Ausschaltvermögen an diesem Punkt nicht geeignet.
Für Auswahlgrenzen von MCB/MCCB siehe Ausschaltvermögen von Leitungsschutzschaltern: 6 kA vs. 10 kA und Icu vs. Ics vs. Icw vs. Icm Leistungsschalter-Bemessungswerte.
Schritt 7: Den unverzögerten Auslöser nicht zu niedrig einstellen
Der Motoranlaufstrom beträgt üblicherweise ein Mehrfaches des Volllaststroms. Für einen Direktstart ist eine grobe Schätzung vor Ort oft:
Istart ≈ 5 bis 8 x Motor-Nennstrom (FLC)
Der genaue Anlaufstrom hängt von der Motorkonstruktion, der Versorgungsspannung, dem Lastträgheitsmoment und der Startmethode ab.
Deshalb kann die Einstellung des unverzögerten Auslösers auf ein niedriges festes Vielfaches des Volllaststroms bei Motorstromkreisen gefährlich sein. Dies kann beim Anlauf zu einer sofortigen Auslösung führen.
Die korrekte Vorgehensweise ist:
- Bestimmen Sie den Motoranlaufstrom und die Anlaufzeit.
- Wählen Sie einen Leistungsschalter oder eine Sicherung, die einen normalen Anlauf ermöglicht.
- Bestätigen Sie, dass Kurzschlüsse weiterhin sicher abgeschaltet werden.
- Stimmen Sie das Gerät mit dem Überlastrelais und dem Schütz ab.
- Verwenden Sie, sofern verfügbar, die Auslösekennlinien und Koordinationstabellen des Herstellers.
Bei kleinen Motorstromkreisen können in einigen Auslegungen Leitungsschutzschalter (MCBs) mit C- oder D-Charakteristik vorkommen, die endgültige Wahl muss jedoch auf Basis des Einschaltstroms, des Leitungsschutzes, des Fehlerstrompegels und der lokalen Normen erfolgen. Größere Motoren erfordern häufig Leistungsschalter (MCCBs), Motorschutzschalter (MPCBs) oder Sicherungen anstelle von gewöhnlichen Leitungsschutzschaltern für Endstromkreise.
Schritt 8: Überprüfung der Koordination zwischen den Geräten
Die Koordination von Motorstartern bedeutet, dass die Kurzschlussschutzeinrichtung, das Schütz und das Überlastrelais unter Fehlerbedingungen sicher zusammenarbeiten.
Fragen zur Koordination umfassen:
- Wird der Leistungsschalter oder die Sicherung einen Kurzschluss abschalten, bevor gefährliche Schäden entstehen?
- Kann das Schütz den Durchlassstrom und die Durchlassenergie aushalten?
- Schützt das Überlastrelais den Motor ohne Fehlauslösungen?
- Entspricht die gewählte Kombination einer geprüften Koordinierungstabelle des Herstellers?
- Ist der Schaltschrank für den verfügbaren Kurzschlussstrom ausgelegt?
Im Kontext von IEC-Motorstartern wird die Koordination häufig anhand von Koordinierungstypen diskutiert. Geben Sie keinen Koordinierungstyp an, sofern dieser nicht durch Herstellerdaten für die exakte Gerätekombination belegt ist.
Für eine umfassendere Architektur von Motorstartern siehe Auswahlhilfe für Motorstartertypen.
Schritt 9: Auswahlbeispiel für einen 7,5-kW-Motor
Annahme:
- Motorleistung: 7,5 kW
- Spannung: 400 V Drehstrom
- Geschätzter Volllaststrom (FLC): ca. 14-16 A, anhand des Typenschilds zu bestätigen
- Anwendung: Standardpumpe
- Startmethode: Direktstart
- Betriebsart: Normaler Start/Stopp, kein Tippbetrieb
Schütz
Wählen Sie ein Schütz mit einer AC-3-Motornennleistung, die für die Motorleistung/-stromstärke bei 400 V geeignet ist. Verwenden Sie nicht die AC-1-Leistung als Auswahlgrundlage.
Überlastrelais
Wählen Sie ein Überlastrelais, dessen Einstellbereich den tatsächlichen Motornennstrom abdeckt. Stellen Sie es gemäß dem Motornennstrom und den geltenden Vorschriften ein. Wenn die Pumpe eine normale Anlaufzeit hat, kann eine Standard-Auslöseklasse geeignet sein; überprüfen Sie dies anhand der tatsächlichen Anlaufzeit.
Kurzschlussschutz
Wählen Sie einen MCB, MCCB, MPCB oder eine Sicherung basierend auf:
- verfügbarer Kurzschlussstrom
- Kabelquerschnitt
- Anlaufstrom
- Koordination mit Schütz und Überlastrelais
- Schaltschranknorm und örtliche Installationsvorschriften
Wählen Sie den Schutzschalter nicht einfach deshalb aus, weil er denselben Amperewert wie der Motorstrom hat. Der Schutzschalter muss den Motoranlauf ermöglichen und dennoch das Kabel sowie den Stromkreis unter Fehlerbedingungen absichern.
Spannung der Spule
Wenn der Steuerstromkreis 24 VDC beträgt, wählen Sie eine 24 VDC Schützspule, auch wenn der Motor mit 400 VAC betrieben wird. Spulenspannung und Motorspannung sind getrennte Auswahlkriterien.
Checkliste zur Schnellauswahl

| Schritt | Was ist zu prüfen? | Warum es wichtig ist |
|---|---|---|
| 1 | Motor-Vollaststrom gemäß Typenschild | Genaue als die kW-Schätzung |
| 2 | Versorgungsspannung und Frequenz | Beeinflusst Stromstärke und Produktbemessung |
| 3 | Anlaufverfahren | Direktstart (DOL), Stern-Dreieck-Anlauf, Sanftstarter, Frequenzumrichter (VFD) |
| 4 | Schützkategorie | AC-3 für normalen Motorbetrieb, AC-4 für erschwerten Betrieb |
| 5 | Überlastrelais-Einstellbereich | Muss den Volllaststrom (FLC) des Motors abdecken |
| 6 | Auslöseklasse | Muss für die Anlaufzeit und den Motorschutz geeignet sein |
| 7 | Kurzschlussschutzeinrichtung | Muss auf den prospektiven Kurzschlussstrom (PSCC) und den Leitungsschutz abgestimmt sein |
| 8 | Koordinierung | Die Geräte müssen als System sicher zusammenarbeiten |
| 9 | Spannung der Spule | Muss auf den Steuerstromkreis abgestimmt sein |
| 10 | Gehäuse und Umgebung | Hitze, Staub, Vibrationen und Platzbedarf im Schaltschrank beeinflussen die Zuverlässigkeit |
Häufige Auswahlfehler
Fehler 1: Auswahl des Schützes basierend auf dem AC-1-Strom
AC-1 ist nicht die übliche Schaltkategorie für Motoren. Für die meisten Anwendungen mit Käfigläufermotoren ist AC-3 zu prüfen. Für Reversierbetrieb, Tippbetrieb oder Gegenstrombremsung ist AC-4 oder die Herstellerempfehlung zu beachten.
Fehler 2: Verwendung der Motorleistung in kW ohne Überprüfung des Typenschildstroms
kW-Angaben sind nützlich für eine erste Einschätzung. Der Nennstrom auf dem Typenschild ist die bessere Grundlage für die Einstellung des Überlastrelais und die endgültige Auswahl.
Fehler 3: Annahme, dass der Leistungsschalter den Motor vor allen Überlastungen schützt
Ein Leistungsschalter schützt zwar vor Kurzschlüssen und Leitungsüberlastungen, aber der thermische Überlastschutz für Motoren erfordert häufig ein Überlastrelais, ein elektronisches Überlastrelais oder einen Motorschutzschalter (MPCB).
Fehler 4: Zu niedrige Einstellung der Kurzschlussauslösung
Der Motoranlaufstrom kann ein Vielfaches des Volllaststroms betragen. Wenn die unverzögerte Auslösung oder die Auslösekennlinie zu empfindlich eingestellt ist, kann der Motor während des normalen Anlaufs auslösen.
Fehler 5: Ignorieren der Einschaltdauer
Eine Pumpe, die nur wenige Male am Tag anläuft, unterscheidet sich von einem Hebezeug, Kran, Reversierförderer oder einer Tippbetrieb-Maschine. Die Schalthäufigkeit beeinflusst die Wahl des Schützes.
Fehler 6: Ignorieren des Fehlerstrompegels
Ein Leistungsschalter mit korrektem Nennstrom kann dennoch ungeeignet sein, wenn sein Ausschaltvermögen unter dem prospektiven Kurzschlussstrom liegt.
Fehler 7: Vermischung von Steuerspannung und Lastspannung
Der Motor kann mit 400 VAC betrieben werden, während die Schützspule für 24 VDC oder 230 VAC ausgelegt sein kann. Überprüfen Sie immer den Steuerstromkreis.
FAQ
Kann ich ein Schütz allein anhand der Motorleistung in kW auswählen?
Nein. Die Motorleistung in kW bietet einen Anhaltspunkt, aber die endgültige Auswahl sollte auf Basis des Motor-Vollaststroms, der Spannung, der Gebrauchskategorie wie AC-3 oder AC-4, der Einschaltdauer und den Leistungstabellen des Herstellers erfolgen.
Was ist die AC-3-Schütznennleistung?
AC-3 ist eine IEC-Gebrauchskategorie, die üblicherweise für das Anlassen von Käfigläufermotoren und das Abschalten nach Erreichen der Betriebsdrehzahl verwendet wird. Sie ist die entscheidende Nennleistung für viele Standard-Motorschützanwendungen.
Was ist die AC-4-Schütznennleistung?
AC-4 deckt anspruchsvollere Motorbetriebsarten wie Tippbetrieb, Gegenstrombremsen und Reversierbetrieb ab. Ein für AC-3 geeignetes Schütz ist bei gleicher Motorleistung möglicherweise nicht für AC-4 geeignet.
Benötige ich ein Überlastrelais, wenn ich bereits einen Leitungsschutzschalter habe?
Oft ja. Ein allgemeiner Leitungsschutzschalter bietet Kurzschluss- und Leitungsschutz, aber der Motorüberlastschutz erfordert in der Regel ein Überlastrelais, ein elektronisches Überlastrelais oder einen Motorschutzschalter (MPCB), der auf den Motorstrom abgestimmt ist.
Was ist der Unterschied zwischen einem Motorschutzschalter (MPCB) und einem Überlastrelais?
Ein Überlastrelais schützt vor anhaltender Motorüberlast, benötigt jedoch meist einen separaten Kurzschlussschutz. Ein Motorschutzschalter kann bei korrekter Auswahl und Auslegung sowohl den Motorüberlast- als auch den Kurzschlussschutz in einem Gerät vereinen.
Kann ein Leitungsschutzschalter (MCB) einen Motor schützen?
Ein Leitungsschutzschalter (MCB) kann in einigen kleinen Motorstromkreisen als Teil des Schutzkonzepts verwendet werden, stellt jedoch nicht automatisch eine vollständige Motorschutzlösung dar. Anlaufstrom, Auslösekennlinie, Leitungsschutz, Kurzschlussfestigkeit und Überlastschutz müssen zwingend überprüft werden.
Wie wähle ich die richtige Leistungsschaltergröße für einen Motor aus?
Beginnen Sie mit dem Motornennstrom, dem Leitungsquerschnitt, dem Anlaufstrom und dem prospektiven Kurzschlussstrom. Wählen Sie dann einen Leistungsschalter, Motorschutzschalter (MPCB), Kompaktleistungsschalter (MCCB) oder eine Sicherung aus, die einen normalen Anlauf ermöglicht, die Leitung schützt und über ein ausreichendes Ausschaltvermögen verfügt.
Warum löst mein Motorschutzschalter beim Anlauf aus?
Häufige Ursachen sind ein Anlaufstrom oberhalb der Auslösekennlinie, Unterspannung, zu hohe Lastträgheit, ein falscher Schaltertyp, eine fehlerhafte Einstellung des unverzögerten Auslösers, Spannungsabfall, mechanische Überlastung oder eine ungeeignete Anlaufmethode.
Kann ich einen größeren Leistungsschalter verwenden, um Fehlauslösungen zu vermeiden?
Nicht ohne vorherige Überprüfung des Leitungs- und Motorschutzes sowie der Fehlerabschaltung. Eine Überdimensionierung des Leistungsschalters kann das Symptom verdecken, während die Leitung oder der Motor unzureichend geschützt bleibt.
Was ist der sicherste Weg, einen Motorstarter auszuwählen?
Verwenden Sie den Motornennstrom, die Betriebsart, die Anlaufmethode, das Kurzschlussniveau, die Einstellung des Überlastrelais, die Gebrauchskategorie des Schützes sowie die Koordinationstabellen des Herstellers für die gewählte Gerätekombination.
Zusammenfassung
Die Motorleistung ist nützlich, reicht jedoch nicht aus. Eine zuverlässige Auswahl des Motorstarters beginnt mit dem Volllaststrom und prüft anschließend die Schütz-Betriebsart, den Überlastschutz, den Kurzschlussschutz, die Koordination und die Steuerspannung.
Für die meisten Niederspannungs-Motorschaltschränke:
- Wählen Sie das Schütz anhand der Motorbetriebsart AC-3 oder AC-4 aus, nicht anhand des AC-1-Stroms.
- Stellen Sie den Überlastschutz basierend auf dem Motornennstrom ein.
- Wählen Sie das Kurzschlussschutzgerät basierend auf dem Fehlerstromniveau, dem Kabelquerschnitt, dem Anlaufstrom und der Koordination aus.
- Überprüfen Sie die vollständige Starterkombination und nicht nur jedes Gerät isoliert.
Für die Auswahl der VIOX-Motorsteuerung prüfen Sie bitte die 交流接触器, 热过载继电器, sowie die unterstützenden Leitfäden unter Schütz vs. Motorstarter, Auswahl von thermischen Überlastrelais, Thermisches Überlastrelais vs. Motorschutzschalter (MPCB)und Schütz vs. Leistungsschalter.