Temperaturerhöhung in Schutzschaltern verstehen: Warum es wichtig ist
Jeder Schutzschalter erzeugt während des normalen Betriebs Wärme. Wenn elektrischer Strom durch die internen Komponenten fließt – Kontakte, Bimetallstreifen und Klemmen – erzeugt der Widerstand Wärmeenergie. Während eine gewisse Erwärmung unvermeidlich ist, kann ein übermäßiger Temperaturanstieg die Isolierung beeinträchtigen, den Kontaktverschleiß beschleunigen, zu Fehlauslösungen führen und letztendlich zu einem katastrophalen Ausfall führen.
Für Elektroingenieure und Schaltschrankbauer, die spezifizieren MCBs und MCCBs, ist das Verständnis der Temperaturerhöhungsgrenzen nicht nur eine Frage der Einhaltung von Vorschriften, sondern auch der Gewährleistung langfristiger Zuverlässigkeit und Sicherheit. Sowohl IEC 60947-2 (für MCCBs) als auch UL 489 (nordamerikanischer Standard) legen präzise thermische Leistungsanforderungen fest, die Hersteller wie VIOX durch strenge Typprüfungen erfüllen müssen.

Temperaturerhöhung vs. absolute Temperatur: Entscheidende Unterscheidung
Bevor wir uns mit spezifischen Grenzwerten befassen, ist es wichtig, den Unterschied zwischen Temperaturerhöhung (ΔT) und absoluter Temperatur:
- Temperaturerhöhung (ΔT): Der Temperaturanstieg über die Umgebungsbedingungen, gemessen in Grad Celsius oder Fahrenheit
- Absolute Temperatur: Die tatsächlich gemessene Temperatur einer Komponente, die Umgebungstemperatur und Temperaturerhöhung kombiniert
Die meisten Normen legen Temperaturerhöhungsgrenzwerte unter der Annahme einer Standardkalibrierungstemperatur von 40 °C (104 °F) fest. Das bedeutet:
Absolute Temperatur = Umgebungstemperatur + Temperaturerhöhung
Beispielsweise würde eine Klemme mit einem Anstiegslimit von 50 °C, die in einer Umgebung von 40 °C betrieben wird, eine absolute Temperatur von 90 °C erreichen – der maximal zulässige Betriebspunkt für viele Leiterisolationsarten.
UL 489 Anforderungen an die Temperaturerhöhung
UL 489 legt umfassende thermische Prüfanforderungen für Kompaktleistungsschalter fest, die in nordamerikanischen Installationen verwendet werden. Die Norm unterscheidet zwischen Standard-Nennleistung (80% kontinuierlich) und 100%-Nennleistungsschaltern.
Tabelle 1: UL 489 Zusammenfassung der Temperaturerhöhungsgrenzwerte
| Komponente/Ort | Standard-Nennleistungsschalter (80%) | 100%-Nennleistungsschalter | Referenzklausel |
|---|---|---|---|
| Verdrahtungsklemmen | 50 °C Anstieg (90 °C absolut bei 40 °C Umgebungstemperatur) | 60 °C Anstieg (100 °C absolut bei 40 °C Umgebungstemperatur) | UL 489 §7.1.4.2.2 / §7.1.4.3.3 |
| Metallische Griffe/Knöpfe | 60 °C maximal absolut | 60 °C maximal absolut | UL 489 §7.1.4.1.6 |
| Nichtmetallische Griffe/Knöpfe | 85 °C maximal absolut | 85 °C maximal absolut | UL 489 §7.1.4.1.6 |
| Interne Kontakte | Keine spezifische Grenze (auf Lebensdauer geprüft) | Keine spezifische Grenze (auf Lebensdauer geprüft) | UL 489 §8.7 |
| Gehäuseoberfläche | Variiert je nach Material und Ort | Variiert je nach Material und Ort | UL 489 §7.1.4 |
Wesentliche Erkenntnis: Der Unterschied von 10 °C bei der Klemmentemperaturerhöhung zwischen Standard- und 100%-Nennleistungsschaltern (50 °C vs. 60 °C) spiegelt die zusätzliche thermische Belastung wider, wenn sie kontinuierlich mit voller Nennstromstärke betrieben werden. Deshalb 100%-Nennleistungsschalter erfordern eine verbesserte Klemmenkonstruktion und Wärmeableitung.

IEC 60947-2 und IEC 60898-1 Temperaturanforderungen
Internationale Normen verfolgen einen ähnlichen, aber leicht unterschiedlichen Ansatz zur thermischen Leistung:
Tabelle 2: IEC 60947-2 vs. IEC 60898-1 Vergleich der Temperaturanforderungen
| Parameter | IEC 60947-2 (MCCBs – Industriell) | IEC 60898-1 (MCBs – Wohnbereich) | Hauptunterschied |
|---|---|---|---|
| Referenzumgebung | 40 °C (kann für einige Anwendungen 30 °C betragen) | 30 °C Standardreferenz | Industrielle vs. Wohnbereichskalibrierung |
| Klemmentemperaturerhöhung | 50-70 °C je nach Klemmentyp | 60 °C für Schraubklemmen | Materialspezifische Grenzwerte |
| Bedienhebel | 55 °C Anstieg (metallisch), 70 °C Anstieg (isolierend) | Ähnliche Anforderungen | Benutzersicherheit bei Berührung |
| Gehäuseoberfläche | 60-80 °C Anstieg je nach Material | 60 °C Anstieg typisch | Variiert je nach Verschmutzungsgrad |
| Thermische Auslösekalibrierung | Bei Nennstrom, 40 °C Umgebungstemperatur | Bei Nennstrom, 30°C Umgebungstemperatur | Beeinflusst Reduktionsfaktoren |
Wichtiger Hinweis: IEC 60947-2 gilt für Kompaktleistungsschalter (MCCBs) Geräte, die für industrielle Anwendungen mit höheren Fehlerströmen und anspruchsvolleren Umgebungsbedingungen ausgelegt sind, während IEC 60898-1 Leitungsschutzschalter für Wohngebäude und leichte gewerbliche Nutzung regelt.

Absolute Maximaltemperaturen bei verschiedenen Umgebungsbedingungen
Installationen in der Praxis arbeiten selten bei der Standard-Kalibriertemperatur von 40°C. Das Verständnis der absoluten Temperaturgrenzen unter verschiedenen Umgebungsbedingungen ist entscheidend für die korrekte Anwendung.
Tabelle 3: Absolute Maximaltemperaturen bei verschiedenen Umgebungsbedingungen
| Temperatur in der Umgebung | Standard-Nennanschluss (50°C Erwärmung) | 100% Nennanschluss (60°C Erwärmung) | Metallischer Griff (60°C max.) | Nichtmetallischer Griff (85°C max.) |
|---|---|---|---|---|
| 25°C (77°F) | 75°C (167°F) | 85°C (185°F) | 60°C (140°F) | 85°C (185°F) |
| 30 °C (86 °F) | 80°C (176°F) | 90°C (194°F) | 60°C (140°F) | 85°C (185°F) |
| 40°C (104°F) | 90°C (194°F) | 100°C (212°F) | 60°C (140°F) | 85°C (185°F) |
| 50°C (122°F) | 100°C (212°F) ⚠️ | 110°C (230°F) ⚠️ | 60°C (140°F) | 85°C (185°F) |
| 60°C (140°F) | 110°C (230°F) ❌ | 120°C (248°F) ❌ | 60°C (140°F) | 85°C (185°F) |
⚠️ = Erfordert Reduzierung oder verbesserte Kühlung
❌ = Überschreitet typische Leiterisolationswerte (90°C THHN/XHHW)
Wichtig: Bei erhöhten Umgebungstemperaturen können die Anschlüsse die Temperaturbeständigkeit von Standard-Leiterisolationen von 75°C oder 90°C überschreiten. Deshalb ist die elektrische Reduzierung aufgrund der Temperatur in heißen Umgebungen von entscheidender Bedeutung.
Thermische Testverfahren und Kalibrierung
Sowohl UL 489 als auch IEC 60947-2 schreiben vor, dass Hersteller umfangreiche thermische Tests durchführen:
- Testaufbau: Leistungsschalter werden in ihrer vorgesehenen Konfiguration (geschlossen oder offen) montiert und mit Nennstrom belastet
- Stabilisierungszeit: Mindestens 3 Stunden Dauerbetrieb, bis das thermische Gleichgewicht erreicht ist
- Messpunkte: Thermoelemente an Anschlüssen, Griffen und Gehäuseoberflächen platziert
- Umgebungskontrolle: Tests werden bei 40°C Umgebungstemperatur (UL 489) oder gemäß der vom Hersteller angegebenen Referenztemperatur (IEC) durchgeführt
- Bestanden/Nicht bestanden-Kriterien: Alle Messpunkte müssen unter den angegebenen Temperaturerhöhungsgrenzwerten bleiben
VIOX führt thermische Tests an jedem Leistungsschalterdesign in unseren akkreditierten Labors durch, um die Einhaltung der IEC- und UL-Anforderungen sicherzustellen. Diese doppelte Zertifizierung ermöglicht es unseren Produkten, globale Märkte mit Vertrauen zu bedienen.

Infrarot-Thermografie: Praktische Temperaturüberwachung
Die Infrarot-(IR)-Thermografie hat sich zum Industriestandard für die zerstörungsfreie Temperaturüberwachung von Leistungsschaltern entwickelt. Die richtige Interpretation erfordert jedoch ein Verständnis sowohl der Technologie als auch der Normen.
Tabelle 4: Interpretationshilfe für IR-Thermografie
| Temperaturerhöhung (ΔT) | Thermische Signatur | Empfohlene Maßnahmen | Dringlichkeitsstufe |
|---|---|---|---|
| 0-10°C über Umgebungstemperatur | Grün/Blau auf dem Wärmebild | Normalbetrieb; Basislinie dokumentieren | Routine |
| 10-20°C über Umgebungstemperatur | Gelb auf dem Wärmebild | Trend beobachten; überprüfen, ob die Last innerhalb der Nennleistung liegt | Niedrige Priorität |
| 20-30°C über Umgebungstemperatur | Orange auf dem Wärmebild | Verbindungen untersuchen; Anschlussdrehmoment prüfen; Leiterquerschnitt überprüfen | Mittlere Priorität |
| 30-40°C über Umgebungstemperatur | Rot auf dem Wärmebild | Sofortige Inspektion planen; auf lose Verbindungen, Korrosion oder Überlastung prüfen | Hohe Priorität |
| >40°C über Umgebungstemperatur | Dunkelrot/weiß auf dem Wärmebild | Sofortiges Handeln erforderlich; potenzielle Sicherheitsgefahr; Austausch planen | Kritisch |
Best Practices für IR-Scanning:
- Mindestens 3 Stunden stationären Betrieb vor dem Scannen zulassen
- Umgebungstemperatur separat messen, um eine genaue ΔT-Berechnung zu ermöglichen
- Vergleichen Sie ähnliche Schutzschalter unter ähnlichen Lasten, um Ausreißer zu identifizieren
- Dokumentieren Sie die Messwerte im Zeitverlauf, um Verschlechterungstrends zu erkennen
- Berücksichtigen Sie die Emissionsgrad-Einstellungen (typischerweise 0,95 für lackierte Oberflächen, 0,3-0,5 für blankes Kupfer)
Fehlersuche bei heißen Schutzschaltern
Wenn Wärmebildaufnahmen oder eine physische Inspektion erhöhte Temperaturen zeigen, ist eine systematische Fehlersuche unerlässlich.
Tabelle 5: Leitfaden zur Fehlersuche – Temperatur vs. Problemdiagnose
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Diagnoseschritte | Lösung |
|---|---|---|---|
| Nur heiße Klemmen | Lose Verbindung, unterdimensionierter Leiter, hochohmige Verbindung | Drehmomentspezifikationen prüfen; auf Korrosion prüfen; Leiterbelastbarkeit überprüfen | Klemmen nachziehen; Kontakte reinigen; Leiterquerschnitt bei Bedarf vergrößern |
| Heißer Schutzschalterkörper | Überlastzustand, verschlechtertes Bimetall, interner Kontaktverschleiß | Tatsächlichen Laststrom messen; mit der Nennleistung des Schutzschalters vergleichen; Auslösekennlinie prüfen | Last reduzieren; Schutzschalter ersetzen, wenn er sich dem Ende seiner Lebensdauer nähert |
| Heißer Griff | Interne Wärmeübertragung von Kontakten/Bimetall (bis zu einem gewissen Grad normal) | Grifftemperatur überprüfen <60°C (metallic) or <85°C (non-metallic) | Wenn innerhalb der Grenzwerte, keine Maßnahmen; wenn überschritten, Schutzschalter ersetzen |
| Gesamtes Panel heiß | Unzureichende Belüftung, übermäßige Gruppierung, hohe Umgebungstemperatur | Gehäusebelüftung prüfen; Umgebungstemperatur im Panel messen; überprüfen Reduktionsfaktoren | Belüftung verbessern; Kühlung hinzufügen; Schutzschalter gemäß NEC/IEC reduzieren |
| Ein Schutzschalter deutlich heißer als identische Nachbarn | Interner Defekt, Kontaktverschlechterung, Kalibrierungsdrift | Temperaturen ähnlicher Schutzschalter unter ähnlichen Lasten vergleichen | Verdächtigen Schutzschalter ersetzen; Ursache untersuchen |
Wann ersetzen: Wenn ein Schutzschalter auch unter ordnungsgemäßen Lastbedingungen konstant über seinen Temperaturerhöhungsgrenzen arbeitet, ist ein Austausch zwingend erforderlich. Der Weiterbetrieb überhitzter Schutzschalter birgt die Gefahr von Isolationsfehlern, Bränden oder dem Verlust des Überstromschutzes. Erfahren Sie mehr über Identifizierung defekter Schutzschalter.

Leiterisolationsverträglichkeit
Ein kritischer, aber oft übersehener Aspekt der Temperaturerhöhungsgrenzen ist ihre Beziehung zu den Leiterisolationswerten. Die NEC- und IEC-Normen schreiben vor, dass die Temperaturwerte der Leiterisolation mit der Klemmentemperatur übereinstimmen oder diese übersteigen müssen.
Gängige Leiterisolationstypen:
- 60°C (140°F): TW, UF (ältere Installationen)
- 75°C (167°F): THW, THWN, RHW, USE
- 90°C (194°F): THHN, THWN-2, XHHW-2, RHH, RHW-2
Für Standardschutzschalter mit 50°C Erwärmung (90°C absolut bei 40°C Umgebungstemperatur) bietet eine 90°C-Isolation eine ausreichende Marge. Eine 60°C-Isolation wäre jedoch unzureichend und könnte vorzeitig ausfallen.
Hauptregel: Stellen Sie immer sicher, dass die Temperaturfestigkeit der Leiterisolation ≥ der absoluten Klemmentemperatur unter maximal erwarteten Umgebungsbedingungen ist. Dies ist besonders wichtig in heißen Umgebungen oder bei Verwendung von 100%-Nennleistungsschalter.
IEC vs. UL-Standards: Hauptunterschiede
Obwohl IEC 60947-2 und UL 489 ähnliche Ziele verfolgen, gibt es einige wichtige Unterschiede, die die Produktauswahl beeinflussen:
| Aspekt | IEC 60947-2 | UL 489 | Auswirkungen |
|---|---|---|---|
| Referenzumgebung | 40°C (kann variieren) | 40°C (fest) | IEC erlaubt vom Hersteller deklarierte Referenz |
| Klemmentemperaturerhöhungsgrenzen | Materialabhängig (50-70°C) | Fest (50°C Standard, 60°C für 100%) | IEC flexibler basierend auf der Klemmenkonstruktion |
| Gehäuseprüfung | Geprüft in repräsentativem Gehäuse | Geprüft im kleinsten wahrscheinlichen Gehäuse | UL potenziell konservativer |
| Dauerstrom | 100% standardmäßig dauerstromfest | 80% dauerstromfest, es sei denn, mit 100% gekennzeichnet | IEC-Schutzschalter im Allgemeinen robuster für Dauerbetrieb |
| Derating-Hinweise | Vom Hersteller bereitgestellte Kurven | NEC bietet Anwendungshinweise | Unterschiedliche Ansätze für Hochtemperaturumgebungen |
Für Schaltschrankbauer, die globale Märkte bedienen, bietet VIOX Leistungsschalter an, die nach beiden Standards zertifiziert sind, um die Einhaltung der Vorschriften unabhängig vom Installationsort zu gewährleisten. Unsere Qualitätssicherungsprozesse überprüfen die thermische Leistung gemäß den strengsten Anforderungen.
Praktische Anwendungsrichtlinien
Für Schaltschrankbauer:
- Überprüfen Sie immer, ob die Temperaturwerte des Schutzschalters mit Ihrer Anwendungsumgebung übereinstimmen
- Berücksichtigen Sie die Erwärmungseffekte des Gehäuses – die Innentemperatur kann 10–20 °C über der Raumtemperatur liegen
- Verwenden Sie während der Inbetriebnahme Wärmebildaufnahmen, um Ausgangstemperaturen zu ermitteln
- Führen Sie regelmäßige IR-Scans als Teil von vorbeugenden Wartungsprogrammen durch
- Dokumentieren Sie alle Temperaturmesswerte für die Trendanalyse
Für Facility Manager:
- Planen Sie jährliche thermische Untersuchungen kritischer elektrischer Verteilungsanlagen
- Schulen Sie das Wartungspersonal, um anormale Wärmemuster zu erkennen
- Legen Sie Temperaturschwellenwerte fest, die eine Untersuchung auslösen (typischerweise ΔT > 20 °C)
- Führen Sie Aufzeichnungen über IR-Scans, um Verschlechterungstrends zu erkennen
- Budgetieren Sie für den proaktiven Austausch von Schutzschaltern, die thermische Verschlechterung aufweisen
Für Elektroinstallateure:
- Überprüfen Sie die Anzugsmomente der Klemmen während der Installation – lose Verbindungen sind die häufigste Ursache für heiße Klemmen
- Verwenden Sie eine Antioxydationsverbindung auf Aluminiumleitern, um hochohmige Verbindungen zu verhindern
- Lassen Sie ausreichend Abstand zwischen den Schutzschaltern in den Schalttafeln, um die Wärmeableitung zu fördern
- In Betracht ziehen Derating aufgrund der Umgebungstemperatur in heißen Umgebungen
- Dokumentieren Sie die Installationsbedingungen für zukünftige Referenz
FAQ: Temperaturanstieg des Schutzschalters
F: Was ist die maximal zulässige Temperatur für einen Schutzschalteranschluss?
A: Bei Standardschutzschaltern gemäß UL 489 sollten die Klemmen eine absolute Temperatur von 90 °C (50 °C Anstieg über 40 °C Umgebungstemperatur) nicht überschreiten. Für 100%-Schutzschalter beträgt die Grenze 100 °C absolut (60 °C Anstieg). IEC 60947-2 hat ähnliche Grenzwerte, die jedoch je nach Klemmenmaterial und -konstruktion variieren können. Überprüfen Sie immer das spezifische Datenblatt des Schutzschalters.
F: Woher weiß ich, ob mein Schutzschalter zu heiß läuft?
A: Verwenden Sie Infrarot-Thermografie, um den Temperaturanstieg über der Umgebungstemperatur zu messen. Wenn ΔT 30 °C überschreitet, untersuchen Sie dies sofort. Zu den physischen Anzeichen gehören verfärbte Isolierung in der Nähe der Klemmen, ein brennender Geruch oder Brumm-/Brummgeräusche. Wenn sich der Griff des Schutzschalters unangenehm heiß anfühlt (>60 °C für Metall, >85 °C für Kunststoff), kann er außerhalb der normalen Parameter arbeiten.
F: Was ist der Unterschied zwischen Temperaturanstieg und absoluter Temperatur?
A: Der Temperaturanstieg (ΔT) ist der Anstieg über der Umgebungstemperatur, während die absolute Temperatur die tatsächlich gemessene Temperatur ist. Beispielsweise hat eine Klemme bei 85 °C in einer 40 °C Umgebung einen Temperaturanstieg von 45 °C. Normen legen Anstiegsgrenzwerte fest, da die Umgebungsbedingungen variieren, aber die absolute Temperatur bestimmt die Isolationsverträglichkeit.
F: Kann ich einen 60 °C-Leiter an einem Schutzschalteranschluss verwenden?
A: Im Allgemeinen nein, es sei denn, der Schutzschalter ist speziell für 60 °C-Anschlüsse ausgelegt und arbeitet in einer kontrollierten Umgebung. Die meisten modernen Schutzschalter setzen eine Mindestisolierung des Leiters von 75 °C voraus. Bei einem Klemmenanstieg von 50 °C bei 40 °C Umgebungstemperatur würden Sie 90 °C absolut erreichen – weit über den 60 °C-Isolationsgrenzwerten. Passen Sie immer die Klemmentemperatur an oder überschreiten Sie sie.
F: Wie lange sollte ich warten, bevor ich IR-Messwerte an einem Schutzschalter vornehme?
A: Warten Sie mindestens 3 Stunden Dauerbetrieb bei gleichmäßiger Last, damit der Schutzschalter das thermische Gleichgewicht erreicht. Die thermische Masse im Schutzschalter und im umgebenden Gehäuse benötigt Zeit, um sich zu stabilisieren. Für kritische Messungen sind 4-6 Stunden vorzuziehen. Zu frühe Messungen unterschätzen die tatsächlichen Betriebstemperaturen.
F: Was sagt UL 489 über 100%-Schutzschalter aus?
A: UL 489 Paragraph 7.1.4.3.3 erlaubt es 100%-Schutzschaltern, einen Klemmentemperaturanstieg von bis zu 60 °C (gegenüber 50 °C bei Standardschutzschaltern) zu haben, was zu einer absoluten Temperatur von 100 °C bei 40 °C Umgebungstemperatur führt. Diese Schutzschalter müssen speziell mit “Geeignet für Dauerbetrieb bei 100 % der Nennleistung” gekennzeichnet sein und verfügen typischerweise über verbesserte Klemmenkonstruktionen und Wärmeableitung.
Wichtigste Erkenntnisse
- Temperaturgrenzwerte sind sicherheitskritisch: UL 489 und IEC 60947-2 legen maximale Temperaturanstiegswerte fest, um Isolationsfehler, Kontaktverschlechterung und Brandgefahren in Schutzschaltern zu verhindern.
- Standard- und 100%-Schutzschalter unterscheiden sich um 10 °C: Standardschutzschalter erlauben einen Klemmenanstieg von 50 °C (90 °C absolut bei 40 °C Umgebungstemperatur), während 100%-Schutzschalter einen Anstieg von 60 °C (100 °C absolut) zulassen – ein entscheidender Unterschied für Daueranwendungen.
- Absolute Temperatur = Umgebungstemperatur + Anstieg: Berechnen Sie immer die absolute Klemmentemperatur basierend auf den tatsächlichen Umgebungsbedingungen, nicht nur auf der Standard-Kalibrierungstemperatur von 40 °C, insbesondere in heißen Umgebungen.
- Die Leiterisolation muss der Klemmentemperatur entsprechen: Verwenden Sie 90 °C-Leiter (THHN, XHHW-2) für moderne Schutzschalter; 60 °C-Isolation ist für die meisten Anwendungen unzureichend und verstößt gegen die Code-Anforderungen.
- IR-Thermografie erfordert 3+ Stunden Stabilisierung: Wärmebildaufnahmen sind nur dann genau, wenn die Schutzschalter das thermische Gleichgewicht erreicht haben – vorzeitige Messungen unterschätzen die tatsächlichen Betriebstemperaturen.
- ΔT > 30 °C erfordert sofortige Untersuchung: Ein Temperaturanstieg von mehr als 30 °C über der Umgebungstemperatur deutet auf lose Verbindungen, Überlastung oder interne Verschlechterung hin, die sofortige Korrekturmaßnahmen erfordern.
- IEC- und UL-Standards stimmen in den Grundlagen überein: Obwohl sich die Testverfahren geringfügig unterscheiden, zielen sowohl IEC 60947-2 als auch UL 489 auf ähnliche Klemmentemperaturgrenzwerte ab, um globale Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
- Vorbeugende Wartung verhindert Ausfälle: Regelmäßige thermische Untersuchungen, das richtige Anzugsmoment der Klemmen und die Trendanalyse identifizieren Probleme, bevor sie Ausfallzeiten oder Sicherheitsvorfälle verursachen – investieren Sie in IR-Geräte und Schulungen.
Für einen zuverlässigen Schutzschalter, der die strengsten Anforderungen an die thermische Leistung erfüllt, erkunden Sie die komplette VIOX-Produktlinie, die MCBs und MCCBs nach IEC- und UL-Standards entwickelt wurde. Unser technisches Team kann Sie bei der Produktauswahl, der thermischen Analyse und anwendungsspezifischen Anleitungen unterstützen, um sicherzustellen, dass Ihre Installationen sicher innerhalb der Temperaturgrenzwerte betrieben werden.