Das alte Blaupausen-Dilemma
Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Sie sind der leitende Beschaffungsingenieur für ein Anlagenmodernisierungsprojekt. Die Elektroschaltpläne aus dem Jahr 1995 spezifizieren ausdrücklich HRC-Sicherungen für die Hauptverteilungstafel. Sie öffnen den neuesten Katalog Ihres Lieferanten – vielleicht sogar die aktuelle Produktlinie von VIOX Electric – und plötzlich finden Sie nirgends “HRC”. Jedes Datenblatt zeigt HBC-Sicherungen stattdessen.
Ihr Puls beschleunigt sich. Haben sich die Industriestandards geändert? Ist die “Ausschaltleistung” irgendwie geringer als die “Schaltleistung”? Gefährden Sie die elektrische Sicherheit Ihrer gesamten Anlage, wenn Sie das falsche Schutzgerät bestellen?
Atmen Sie tief durch. Laut Industriestandards und dem Konsens der Elektrotechnik erleben Sie eine sprachliche Evolution, keine technische Verschlechterung.
Die direkte Antwort: Es gibt keinen technischen Unterschied zwischen HRC- und HBC-Sicherungen. Sie repräsentieren identische Technologien mit unterschiedlicher Terminologie – wie wenn man dasselbe Gerät als “Aufzug” oder “Fahrstuhl” bezeichnet.”
Versagen vs. Funktion. Links: Eine Glassicherung, die bei einem Fehler heftig zersprungen ist. Rechts: Eine VIOX HRC-Keramiksicherung, die den Lichtbogen sicher einschloss, ohne äußere Schäden zu verursachen.Die Terminologie-Evolution verstehen: HRC vs. HBC
Der Unterschied zwischen diesen Akronymen spiegelt eher die sich entwickelnde Standardisierungssprache der Elektroindustrie wider als eine technische Innovation. Untersuchen wir, warum beide Begriffe in den heutigen Spezifikationen nebeneinander existieren.
HRC: Hohe Schaltleistung
Ursprung und Kontext:
- Ära der Verbreitung: 1950er bis 1990er Jahre
- Geografische Hochburgen: Vereinigtes Königreich, Indien, Australien, Commonwealth-Staaten
- Technische Philosophie: Der Begriff “Schaltleistung” betont die heftige, physische Zerstörung des Sicherungselements bei Fehlerbedingungen
Sprachliche Eigenschaften:
Das Wort “Schaltleistung” hat einen instinktiven Beigeschmack – es suggeriert ein gewaltsames Brechen, ähnlich wie in der medizinischen Terminologie, die Gewebeschäden oder Druckbehälterversagen beschreibt. Obwohl technisch korrekt (das Sicherungselement schaltet tatsächlich), wurde diese Terminologie weniger bevorzugt, da sich die Sicherheitskommunikation zu einer kontrollierteren, professionelleren Sprache entwickelte.
Aktuelle Verwendung:
Die HRC-Terminologie ist weiterhin in älteren Dokumentationen, älteren British Standard-Spezifikationen und Regionen mit traditionellen Commonwealth-Elektropraktiken vorhanden.
HBC: Hohe Ausschaltleistung
Ursprung und Kontext:
- Ära der Einführung: 2000er Jahre bis heute
- Standardisierungsangleichung: Internationale Normen IEC 60269
- Technische Philosophie: “Ausschalten” betont die kontrollierte Stromkreisunterbrechung – im Einklang mit circuit breaker Terminologie
Sprachliche Vorteile:
Moderne Elektrovorschriften priorisieren eine präzise, sicherheitsorientierte Sprache. “Ausschalten” suggeriert eine kontrollierte Unterbrechung anstelle einer gewaltsamen Zerstörung und vermittelt Anlagenmanagern und Sicherheitsbehörden ein professionelleres Image. Die Terminologie harmoniert mit internationalen Normdokumenten, die “Ausschaltleistung” als universelle Metrik verwenden.
Branchenweite Akzeptanz:
Große Hersteller, darunter VIOX Electric, haben in der technischen Dokumentation auf die HBC-Terminologie umgestellt, während sie die HRC-Anerkennung für Abwärtskompatibilität und Suchmaschinenoptimierung beibehalten.

Vergleichende Analyse: HRC vs. HBC Terminologie
| Aspekt | HRC (Hohe Schaltleistung) | HBC (Hohe Ausschaltleistung) |
|---|---|---|
| Dominierende Ära | 1950er-1990er Jahre | 2000er-heute |
| Geografische Präferenz | UK, Indien, Australien, Commonwealth | Global (IEC-Mitgliedsländer) |
| Normenorganisation | BS 88, ältere nationale Normen | IEC 60269, EN 60269 |
| Technische Definition | Maximaler Fehlerstrom sicher geschaltet | Maximaler Fehlerstrom sicher unterbrochen |
| Sprachlicher Ton | Instinktiv, betont physische Zerstörung | Professionell, betont kontrollierte Aktion |
| Aktuelle Branchennutzung | Ältere Spezifikationen, SEO-Keywords, informelle Nutzung | Offizielle Datenblätter, Beschaffungsspezifikationen |
| Technische Äquivalenz | Identisch mit HBC | Identisch mit HRC |
Kritischer Punkt für die Beschaffung: Wenn Sie Sicherungen verschiedener Lieferanten vergleichen, ignorieren Sie das Akronym vollständig. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf die Ausschaltleistung in Kiloampere (kA) wie in Übereinstimmung mit den Normen IEC 60269 oder BS 88 spezifiziert.
Die technische Realität: Was macht HRC/HBC-Sicherungen so besonders?
Unabhängig von der Terminologie unterscheidet diese Sicherungen von Standard-Niedrigleistungssicherungen (LBC) die hochentwickelte Lichtbogenlöschtechnik, die dazu dient, massive Fehlerströme sicher zu unterbrechen, die herkömmliche Sicherungen zerstören würden.
Der Vorteil der Keramikbauweise
Im Gegensatz zu Haushaltsglassicherungen mit sichtbaren Elementen verwenden industrielle HRC/HBC-Sicherungen robuste Keramikrohre, die so konstruiert sind, dass sie extremen internen Bedingungen während der Fehlerunterbrechung standhalten.
Materialeigenschaften:
- Material des Gehäuses: Hochfeste Keramik (Aluminiumoxid oder Steatit), die Innendrücken von über 100 bar standhalten kann
- Thermische Beständigkeit: Keramik behält ihre strukturelle Integrität bei Temperaturen über 1000 °C
- Dielektrische Festigkeit: Bietet eine bessere elektrische Isolierung als Glas und verhindert äußere Überschläge
Vergleich mit Glassicherungen:
Standard-Glassicherungen dienen effektiv der Unterhaltungselektronik und Niederspannungsanwendungen, versagen jedoch katastrophal unter industriellen Fehlerbedingungen. Eine typische Glas-M205-Sicherung hat ein Ausschaltvermögen von nur dem 10-fachen ihres Nennstroms – was bedeutet, dass eine 16-A-Glassicherung sicher nur maximal 160 A unterbrechen kann. Im Gegensatz dazu können keramische HRC/HBC-Sicherungen mit identischen Abmessungen 1500 A oder mehr unterbrechen, unabhängig von ihrer Stromstärke.

Die “Sandmagie”: Lichtbogenlöschung
Die transformative Technologie im Inneren jeder HRC/HBC-Sicherung ist das Lichtbogenlöschmedium – hochreiner, kristalliner Quarzsand, der während der Fehlerunterbrechung hochentwickelte Physik leistet.
Quarzsand-Spezifikationen (IEC 60269 Anforderungen):
- Chemische Reinheit: Mindestens 99,5 % SiO₂ (Siliziumdioxid)
- Partikelgröße: 40-100 mesh (150-400 Mikrometer)
- Mineralogische Form: Kristalliner Quarz, vollständig wasserfrei (feuchtigkeitsfrei durch Feuertrocknung)
- Packungsdichte: Optimierte Korngrößenverteilung, die ausreichend Hohlraum für die Lichtbogenausdehnung gewährleistet und gleichzeitig die Oberfläche für die Wärmeaufnahme maximiert
Warum die Reinheit des Sandes wichtig ist:
Verunreinigungen oder Feuchtigkeit im Quarzsand können während der Lichtbogenbildung unerwünschte Gase erzeugen, wodurch der Innendruck auf gefährliche Werte ansteigt. Hochreiner, kristalliner Quarz gewährleistet eine vorhersehbare, kontrollierte Lichtbogenlöschung.
Der dreiphasige Fehlerunterbrechungsprozess
Wenn ein Kurzschluss Zehntausende von Ampere durch eine HRC/HBC-Sicherung schickt, läuft in Millisekunden eine präzise konstruierte Sequenz ab:
Phase 1: Vorlichtbogen (Schmelzen des Elements)
- Das Silber- oder Kupfersicherungselement erwärmt sich aufgrund von I²R-Verlusten schnell
- An strategisch gestalteten Verengungspunkten (Kerben) erreicht das Element seinen Schmelzpunkt (961 °C für Silber)
- Geschmolzenes Metall bildet sich gleichzeitig an mehreren Stellen entlang der Elementlänge
- Dauer: Variiert von Millisekunden (hoher Fehler) bis Sekunden (mäßige Überlastung)
Phase 2: Lichtbogenbildung (Plasmaentstehung)
- Das geschmolzene Element verdampft zu metallischem Plasma
- An jedem Verengungspunkt bilden sich mehrere elektrische Lichtbögen in Reihe
- Die Lichtbogentemperatur erreicht lokal 3000-5000 °C
- Die intensive Hitze schmilzt sofort die umliegenden Quarzsandkörner
- Die Lichtbogenspannung steigt dramatisch an, wenn sich das Element ausdehnt und Sand Energie absorbiert
- Dauer: 1-5 Millisekunden für hohe Fehlerströme
Phase 3: Löschung (Fulguritbildung)
- Geschmolzenes Siliziumdioxid (SiO₂) aus dem Sand vermischt sich mit verdampftem Metall
- Diese Mischung verfestigt sich schnell zu einer glasartigen Struktur, die als Fulgurit
- Der Fulgurit bildet einen nichtleitenden Tunnel durch den Sand und umschließt den Lichtbogenpfad physisch
- Wenn die Mischung abkühlt und sich verfestigt, steigt der Lichtbogenwiderstand exponentiell an
- Beim nächsten Stromnulldurchgang (in AC-Systemen) kann der Lichtbogen aufgrund des hohen Widerstands nicht wieder zünden
- Der Stromkreis wird dauerhaft unterbrochen, bis die Sicherung ausgetauscht wird
Das Fulgurit-Phänomen:
Benannt nach dem lateinischen fulgur (Blitz), Fulgurite sind natürlich vorkommende Glasröhren, die entstehen, wenn Blitze in sandigen Boden einschlagen. In Sicherungen ist die kontrollierte Fulguritbildung der Schlüssel zur sicheren Stromunterbrechung – die Glasstruktur wirkt als dauerhafte Isolierbarriere, die eine erneute Lichtbogenzündung verhindert.

Technische Daten: Ausschaltvermögen
Das definierende Merkmal, das industrielle Sicherungen von Geräten für Endverbraucher unterscheidet, ist das Ausschaltvermögen – der maximale prospektive Fehlerstrom, den die Sicherung sicher unterbrechen kann, ohne ihr Gehäuse zu beschädigen oder einen äußeren Lichtbogen zu verursachen.
Standard-Ausschaltvermögensbereiche
Niederspannungs-HRC/HBC-Sicherungen (IEC 60269):
- Typische Nennwerte: 80 kA bis 120 kA bei 400-690 VAC
- Anwendung: Allgemeine industrielle Verteilung, Motorschutz, Transformatorprimärseiten
- Testbedingungen: Kurzschlussstrom einschließlich DC-Komponente und asymmetrischer Stromspitzen
Hochleistungsanwendungen:
- Halbleiterschutz: Bis zu 200 kA für spezielle aR-Sicherungen
- Ultrahohes Ausschaltvermögen: Spezialausführungen, getestet bis 300 kA für extreme Fehlerumgebungen
Mittelspannungs-HRC-Sicherungen:
- Spannungsbereich: 1 kV bis 36 kV
- Schaltleistung: Bemessung in MVA (Megavolt-Ampere) anstelle von kA
- Anwendungen: Umspannwerke, industrielle HV-Verteilung, Transformatorschutz
Standard-Nennströme (IEC 60269)
| Nennstrom (A) | Typische Anwendungen | Gängige Sicherungstypen |
|---|---|---|
| 2, 4, 6, 10, 16 | Steuerungskreise, Instrumentierung | Zylindrische Patrone (10×38mm) |
| 25, 30, 50, 63 | Kleiner Motorschutz, Verteilerabgänge | NH00, Patronensicherungen |
| 80, 100, 125, 160 | Mittlere Motorkreise, Schalttafeln | NH1, NH2 |
| 200, 250, 320, 400 | Große Motoren, Verteilungstransformatoren | NH2, NH3 |
| 500, 630, 800 | Industrielle Abgänge, Hauptverteilung | NH3, NH4 |
| 1000, 1250 | Schwere industrielle Anwendungen | NH4, BS88-Schraubsicherungen |
Hinweis: Die Nennwerte entsprechen den bevorzugten Werten nach IEC 60269. Kundenspezifische Nennwerte für spezielle Anwendungen sind verfügbar.
Keramik- vs. Glassicherungen: Ein kritischer Vergleich
Das Verständnis der grundlegenden Unterschiede zwischen Keramik-HRC/HBC-Sicherungen und Glas-LBC-Sicherungen (Low Breaking Capacity) ist für die korrekte Spezifikation des Schaltungsschutzes unerlässlich.
| Feature | Keramik-HRC/HBC-Sicherungen | Glas-LBC-Sicherungen |
|---|---|---|
| Material des Gehäuses | Hochfeste Keramik (Aluminiumoxid/Steatit) | Borosilikatglas |
| Lichtbogenlöschmedium | Hochreiner Quarzsand (SiO₂ >99,5%) | Luft oder minimale Füllung |
| Schaltleistung | 1500A bis 300.000A (typisch 80-300 kA) | 10× Nennstrom (max. ~160A für 16A-Sicherung) |
| Unterbrechungsmechanismus | Fulguritbildung, kontrollierte Lichtbogenlöschung | Einfaches Schmelzen des Elements, begrenzte Lichtbogenkontrolle |
| Nennspannung | 240V bis 690V (LV), bis zu 36kV (MV) | Typischerweise 32V bis maximal 250V |
| Interne Drucktoleranz | >100 bar, hermetisch abgedichtet | Begrenzt; reißt unter hohem Fehlerstrom |
| Ausfallmodus unter extremem Fehlerstrom | Im Keramikgehäuse enthalten, keine externe Lichtbogenbildung | Gewaltiges Bersten, Glassplitter, externer Lichtbogen |
| Visuelle Inspektion | Undurchsichtig; erfordert elektrische Prüfung | Transparent; Element sichtbar |
| Typische Anwendungen | Industrielle Verteilung, Motorschutz, Transformatoren | Unterhaltungselektronik, Automobil, Niedrigstromkreise |
| Einhaltung Von Standards | IEC 60269, BS 88, UL Klasse J/L/T | IEC 60127, UL 248-14 |
| Kostenfaktor | Höhere Anschaffungskosten, überlegener Schutzwert | Niedrigere Kosten, geeignet für Anwendungen mit geringer Energie |
Sicherheitsimplikation: Die Spezifikation einer Glassicherung in einem Stromkreis, in dem der voraussichtliche Kurzschlussstrom die Ausschaltleistung übersteigt, stellt eine ernsthafte Brand- und Personengefährdung dar. Berechnen Sie immer den maximal verfügbaren Fehlerstrom und stellen Sie sicher, dass die Ausschaltleistung der Sicherung einen ausreichenden Sicherheitsabstand bietet (typischerweise 125-150% des berechneten Fehlerstroms).
Praktische Hinweise für Beschaffung und Spezifikation
Worauf Sie in einem Datenblatt achten sollten
Bei der Bewertung von HRC- oder HBC-Sicherungen für Ihre Anlage sollten Sie sich auf diese kritischen Spezifikationen konzentrieren und nicht auf das verwendete Akronym:
- Ausschaltvermögen (Interrupting Rating): Angegeben in kA bei Nennspannung (z. B. “100 kA bei 415 VAC”)
- Aktuelle Bewertung: Nennstrom in Ampere (z. B. 250A)
- Nennspannung: Maximale Systemspannung (z. B. 690 VAC)
- Nutzungskategorie: IEC 60269-Bezeichnung (gG, gL, aM, aR) zur Angabe des Anwendungstyps
- Einhaltung von Normen: IEC 60269-, BS 88-, UL-Kennzeichnung, falls zutreffend
- Physikalische Abmessungen: Stellen Sie die Kompatibilität mit vorhandenen Sicherungshaltern sicher (NH-Größe, Patronenabmessungen)
Die Spezifikationsentscheidung treffen
Für Neuinstallationen:
Spezifizieren Sie Sicherungen unter Verwendung moderner HBC-Terminologie mit explizitem Bezug auf die Normen der IEC 60269. Dies gewährleistet internationale Kompatibilität und entspricht der aktuellen Industriepraxis.
Für Ersatz/Retrofit:
Beim Austausch vorhandener Sicherungen ist entweder die HRC- oder die HBC-Terminologie akzeptabel, sofern die technischen Spezifikationen übereinstimmen:
- Identischer Nennstrom
- Gleiche oder höhere Ausschaltleistung
- Gleiche Nennspannung
- Kompatibler Formfaktor
- Äquivalente Zeit-Strom-Kennlinie (Gebrauchskategorie)
Technische Realität: Eine 250A HRC-Sicherung mit einer Ausschaltleistung von 100 kA nach BS 88-Normen ist funktionell identisch mit einer 250A HBC-Sicherung mit einer Ausschaltleistung von 100 kA nach IEC 60269-Normen, wenn die physischen Abmessungen übereinstimmen. Der Unterschied in der Terminologie ist rein nomenklatorisch.
Der Ansatz von VIOX Electric
Bei VIOX Electric verweisen unsere Produktkataloge sowohl auf die HRC- als auch auf die HBC-Terminologie, um sicherzustellen, dass Kunden die passenden Produkte finden können, unabhängig von der Nomenklatur in ihren Unterlagen. Unsere technischen Datenblätter priorisieren standardisierte Spezifikationen:
- Deutlich angegebene Ausschaltleistung in kA
- Konformitätsprüfung nach IEC 60269
- Detaillierte Zeit-Strom-Kennlinien
- Zeichnungen der physischen Abmessungen
- Anwendungshinweise
Dieser Ansatz mit doppelter Nomenklatur beseitigt Verwirrung bei der Beschaffung und gewährleistet gleichzeitig eine hohe technische Genauigkeit.
Häufig Gestellte Fragen
Unterscheiden sich HRC- und HBC-Sicherungen elektrisch voneinander?
Nr. HRC (High Rupturing Capacity) und HBC (High Breaking Capacity) bezeichnen dieselbe Sicherungstechnologie. Der einzige Unterschied liegt in der bevorzugten Terminologie – HRC steht für die traditionelle britische/Commonwealth-Verwendung, während HBC den modernen internationalen IEC-Normen entspricht. Beide bezeichnen Sicherungen mit hoher Fehlerstromunterbrechungsfähigkeit, die durch keramische Bauweise und Lichtbogenlöschung mit Quarzsand erreicht wird.
Warum verwenden einige Kataloge immer noch “HRC” anstelle von “HBC”?
Drei Hauptgründe: (1) Legacy-Kompatibilität– Ingenieure, die Ersatzsicherungen suchen, verwenden die Terminologie aus der Originaldokumentation; (2) Geografische Konvention– Commonwealth-Länder verwenden weiterhin die HRC-Terminologie im allgemeinen Sprachgebrauch; (3) SEO-Strategie– Hersteller verwenden beide Begriffe, um die Produktauffindbarkeit online sicherzustellen. Technisch anspruchsvolle Hersteller wie VIOX Electric verwenden beide Begriffe mit dem klaren Hinweis, dass sie identische Technologien darstellen.
Welchen Abschaltstrombereich haben HRC/HBC-Sicherungen?
Niederspannungs-Industrie-HRC/HBC-Sicherungen bieten typischerweise Ausschaltleistungen von 80 kA bis 120 kA bei 400-690 VAC. Spezialisierte Halbleiterschutzsicherungen können 200 kA erreichen, während Ultra-High-Performance-Designs bis zu 300 kA getestet werden. Mittelspannungssicherungen (1-36 kV) werden eher in MVA als in kA bewertet. Im Gegensatz dazu unterbrechen Standard-Glas-LBC-Sicherungen typischerweise nur das 10-fache ihres Nennstroms – eine 16A-Glassicherung bewältigt maximal 160A.
Kann ich eine HRC-Sicherung durch eine HBC-Sicherung ersetzen?
Ja, absolut – es handelt sich um dasselbe Gerät. Beim Austausch einer Sicherung ist sicherzustellen, dass die Ersatzsicherung übereinstimmt in: (1) Nennstrom, (2) Nennspannung, (3) Ausschaltvermögen (gleich oder größer), (4) Gebrauchskategorie (gG, aM usw.) und (5) Abmessungen. Ob die Bezeichnung HRC oder HBC lautet, ist irrelevant, solange die Spezifikationen übereinstimmen.
Was macht den “Sand” im Inneren so wichtig?
Der Quarzsand in HRC/HBC-Sicherungen erfüllt eine entscheidende Funktion bei der Lichtbogenlöschung. Wenn der Fehlerstrom das Sicherungselement verdampfen lässt, schmilzt der intensive Lichtbogen (3000-5000°C) die umgebenden Sandkörner. Dieses geschmolzene Siliziumdioxid (SiO₂) vermischt sich mit Metalldampf und verfestigt sich schnell zu einer glasartigen Struktur, die als Fulgurit bezeichnet wird. Dieser Fulgurit wirkt als permanenter Isolator, absorbiert die Lichtbogenenergie und verhindert ein erneutes Zünden des Stroms. Ohne Sand würde der Lichtbogen weiterleiten und möglicherweise eine Explosion der Sicherung verursachen. Der Sand muss strenge Spezifikationen erfüllen: >99,5% SiO₂ Reinheit, 40-100 Mesh Korngröße, vollständig wasserfrei.
Wie erkenne ich, ob eine Sicherung eine HRC/HBC-Einstufung hat?
Achten Sie auf diese Indikatoren: (1) Material des Gehäuses– Keramik oder Steatit (niemals Glas); (2) Kennzeichnung– ”HRC”, “HBC” oder Ausschaltleistung in kA aufgedruckt (z. B. “80kA”); (3) Normen-Kennzeichnung– IEC 60269, BS 88 oder gleichwertig; (4) Physische Konstruktion– Robuste Metallendkappen mit hermetischer Abdichtung; (5) Opazität– Keramiksicherungen sind undurchsichtig (man kann das interne Element nicht sehen). Wenn die Kennzeichnungen unklar sind, konsultieren Sie die Datenblätter des Herstellers oder die Testdokumentation.
Warum können Glassicherungen keine hohen Fehlerströme bewältigen?
Glassicherungen enthalten Luft anstelle von Lichtbogenlöschsand. Unter hohen Fehlerbedingungen verdampft das Sicherungselement und erzeugt einen Plasma-Lichtbogen. Ohne Sand zur Absorption von Energie und Bildung von isolierendem Fulgurit leitet der Lichtbogen innerhalb des Glasrohrs weiter. Der sich ausdehnende Lichtbogendruck und die Hitze zerbrechen den Glaskörper, wodurch geschmolzenes Material ausgestoßen wird und externe Lichtbögen entstehen – eine erhebliche Brand- und Personengefährdung. Glassicherungen sind für Anwendungen mit geringer Energie (Unterhaltungselektronik, Automobil) ausgelegt, bei denen die voraussichtlichen Fehlerströme innerhalb ihrer 10-fachen Nennstrom-Unterbrechungsleistung bleiben.
Fazit: Konzentrieren Sie sich auf die Leistung, nicht auf Akronyme
Die Debatte um die Terminologie HRC versus HBC stellt eine sprachliche Weiterentwicklung innerhalb der elektrotechnischen Normen dar, nicht eine technische Differenzierung. Ob Ihre Spezifikationen High Rupturing Capacity oder High Breaking Capacity referenzieren, die zugrunde liegende Physik – Keramikkonstruktion, Silber-Sicherungselemente und Quarzsand-Lichtbogenlöschung – bleibt identisch.
Für Einkäufer und Facility-Ingenieure ist die wichtigste Erkenntnis einfach: Bewerten Sie Sicherungen anhand ihrer Ausschaltleistung in Kiloampere, Nennstrom, Nennspannung und Normenkonformität und nicht anhand des Akronyms auf dem Etikett.
Bei der Spezifizierung des Schutzes für industrielle elektrische Systeme bietet die hochentwickelte Technik in HRC/HBC-Sicherungen – insbesondere der Fulgurit-bildende Lichtbogenlöschmechanismus – einen Lebensschutz und eine Anlagenerhaltung, die Standard-Glassicherungen nicht bieten können. Die Terminologie kann variieren, aber die Schutzleistungsstandards bleiben bei Qualitätsherstellern konsistent.
Warum VIOX Electric für HRC/HBC-Sicherungen wählen?
VIOX Electric fertigt Sicherungen in Industriequalität, die sowohl die Legacy-HRC- als auch die moderne HBC-Nomenklatur mit vollständiger IEC 60269- und BS 88-Konformität erfüllen. Unsere Produktlinien umfassen:
- Verifizierte Ausschaltleistung: Prüfung dokumentiert bis 120 kA bei Nennspannung
- Hochreine Materialien: SiO₂-Gehalt >99,5% im Lichtbogenlöschmedium
- Umfassendes Angebot: Nennströme von 2A bis 1250A in den Formaten NH, BS88 und Cartridge
- Technische Unterstützung: Technische Unterstützung bei der richtigen Sicherungsauswahl und -anwendung
- Qualitätssicherung: ISO 9001-zertifizierte Fertigung mit Chargenrückverfolgbarkeit
Ob Ihre Dokumentation HRC oder HBC spezifiziert, VIOX Electric liefert die elektrische Schutzleistung, die Ihre Anlage benötigt. Kontaktieren Sie unser technisches Vertriebsteam für anwendungsspezifische Empfehlungen und detaillierte Produktspezifikationen.
Für technische Anfragen bezüglich der Auswahl von HRC/HBC-Sicherungen für Ihre spezifische Anwendung wenden Sie sich an das Engineering-Support-Team von VIOX Electric oder konsultieren Sie unseren umfassenden Produktkatalog.