Wenn elektrische Anlagen in großen Höhen installiert werden, stehen Leistungsschalter vor besonderen betrieblichen Herausforderungen, die ihre Leistung und Sicherheit erheblich beeinträchtigen können. Die reduzierte Luftdichte in größeren Höhen beeinflusst sowohl die Isolationseigenschaften als auch die thermischen Eigenschaften dieser kritischen Schutzvorrichtungen. Für Elektroingenieure und Facility Manager, die an Projekten in Bergregionen, Industriegebieten auf Hochplateaus oder erneuerbaren Energieanlagen in der Höhe arbeiten, ist das Verständnis der Anforderungen an die Höhenreduzierung unerlässlich, um einen zuverlässigen Systemschutz zu gewährleisten.

Gemäß internationalen Normen wie IEC 62271-1 und IEC 60947 sind Leistungsschalter typischerweise für den Betrieb bis zu 2.000 Metern über dem Meeresspiegel unter normalen Betriebsbedingungen ausgelegt. Jenseits dieser Schwelle müssen bestimmte Parameter reduziert werden, um einen sicheren und zuverlässigen Betrieb zu gewährleisten. Dieser umfassende Leitfaden untersucht, welche Leistungsschalterparameter angepasst werden müssen, und bietet praktische Reduzierungsfaktoren für Anwendungen in großer Höhe.
Die Physik hinter der Höhenreduzierung
Luftdichte und atmosphärischer Druck
Auf Meereshöhe beträgt die Luftdichte etwa 1,225 kg/m³. Mit zunehmender Höhe nimmt der atmosphärische Druck ab, was zu einer geringeren Luftdichte führt. In 3.000 Metern Höhe sinkt die Luftdichte auf etwa 0,909 kg/m³ – eine Reduzierung von etwa 26 %. Diese Reduzierung hat tiefgreifende Auswirkungen auf elektrische Geräte, die Luft sowohl als Isolationsmedium als auch als Kühlmittel nutzen.
Die Beziehung zwischen Höhe und Luftdichte folgt einem exponentiellen Abfallmuster. Für jede Erhöhung um 1.000 Meter sinkt der atmosphärische Druck um etwa 11,5 %, was sich direkt auf die Durchschlagfestigkeit von Luftspalten in Leistungsschalter-Isolationssystemen auswirkt.
Paschen-Gesetz und elektrischer Durchschlag
Das Paschen-Gesetz regelt die Durchbruchspannung von Gasen zwischen zwei Elektroden. Dieses grundlegende Prinzip zeigt, dass bei niedrigeren atmosphärischen Drücken die Spannung, die erforderlich ist, um einen Lichtbogen über einen Luftspalt tatsächlich abnimmt. Entgegen der Intuition wird dünnere Luft in großen Höhen zu einem weniger effektiven Isolator, nicht zu einem besseren.
Labortests zeigen dies deutlich: Ein Leistungsschalter, der für 1.000 Volt auf Meereshöhe ausgelegt ist, kann bei Drücken, die eine Höhe von 3.000 Metern simulieren, bereits bei etwa 800 Volt Koronaentladungen aufweisen – eine Reduzierung der Isolationsfähigkeit um 20 % allein aufgrund der reduzierten Luftdichte.

Thermische Betrachtungen
Während in größeren Höhen typischerweise niedrigere Umgebungstemperaturen herrschen, verringert die reduzierte Luftdichte gleichzeitig die Effizienz der konvektiven Wärmeableitung. Der Nettoeffekt ist, dass Leistungsschalter in der Höhe höhere interne Temperaturanstiege erfahren, selbst wenn sie den gleichen Strom führen wie auf Meereshöhe. Diese doppelte Auswirkung erfordert eine sorgfältige Berücksichtigung der thermischen Reduzierungsfaktoren.
Kritische Schwelle: Die 2.000-Meter-Basislinie
Internationale Normen legen 2.000 Meter als kritische Höhengrenze für die Reduzierung von Leistungsschaltern fest. Unterhalb dieser Höhe arbeiten die meisten Standard-Leistungsschalter innerhalb ihrer normalen Spezifikationen, ohne dass eine Anpassung erforderlich ist. Oberhalb von 2.000 Metern ist eine systematische Reduzierung obligatorisch, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
| Höhenbereich | Erforderliche Maßnahme | Risikostufe |
|---|---|---|
| 0-1.000m | Standardbetrieb, keine Reduzierung | Normal |
| 1.000-2.000m | Überwachung empfohlen, insbesondere für kritische Anwendungen | Niedrig |
| 2.000-3.000m | Reduzierung gemäß Herstellerspezifikationen erforderlich | Mäßig |
| 3.000-4.000m | Deutliche Reduzierungsfaktoren anwenden | Hoch |
| Über 4.000m | Spezialausrüstung oder erhebliche Reduzierung erforderlich | Sehr hoch |
Parameter, die eine Reduzierung erfordern
1. Isolations- und spannungsbezogene Parameter

Bemessungsisolationsspannung (Ui)
Die Bemessungsisolationsspannung muss gemäß den vom Hersteller angegebenen Höhenkorrekturfaktoren angepasst werden. Für Installationen über 2.000 Metern wird der Höhenkorrekturfaktor Ka mit der folgenden Formel berechnet:
Ka = e^[m(H-1000)/8150]
Wo:
- H = Installationshöhe in Metern
- m = Korrekturexponent (typischerweise 1,0 für Netzfrequenz- und Blitzstoßspannungen)
- e = Eulersche Zahl (ungefähr 2,718)
Zum Beispiel bei 3.000 Metern mit m=1,0:
Ka = e^[(3000-1000)/8150] = e^0,245 ≈ 1,28
Dies bedeutet, dass das erforderliche Isolationsniveau 28 % höher sein muss als der Nennwert, um einen gleichwertigen Schutz aufrechtzuerhalten.
Bemessungs-Stoßspannungsfestigkeit (Uimp)
Blitzstoßspannungsfestigkeitswerte sind besonders empfindlich gegenüber der Höhe. Oberhalb von 2.000 Metern müssen entweder die elektrischen Kriechstrecken vergrößert oder die Bemessungs-Uimp reduziert werden. Der gleiche Höhenkorrekturfaktor gilt, aber die praktische Umsetzung beinhaltet oft die Auswahl von Leistungsschaltern mit höheren BIL-Werten (Basic Impulse Level).
Elektrischer Abstand
Der elektrische Abstand – der kürzeste Abstand in Luft zwischen zwei leitfähigen Teilen – muss basierend auf der 2.000-Meter-Basisabstandstabelle multipliziert mit dem Höhenkorrekturkoeffizienten berechnet werden. Wenn physikalische Einschränkungen eine Vergrößerung der Kriechstrecken verhindern, muss die Systembetriebsspannung entsprechend reduziert werden.
Netzfrequenz-Stehspannung
Die einminütige Netzfrequenz-Stehspannungsfestigkeit nimmt mit der Höhe ab und erfordert eine Reduzierung gemäß den Herstellerspezifikationen. Dieser Parameter ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Leistungsschalter vorübergehenden Überspannungen ohne Ausfall standhalten können.
2. Strombelastbarkeit und thermische Eigenschaften
Nennstrom (In)
Die Dauerstrombelastbarkeit von Leistungsschaltern muss anhand der vom Hersteller bereitgestellten “Höhen-Temperatur-Reduzierungskurven” angepasst werden. Diese Kurven berücksichtigen die reduzierte Kühlwirkung in größeren Höhen.
| Höhe (Meter) | Stromreduzierungsfaktor |
|---|---|
| 0-2,000 | 1,00 (keine Reduzierung) |
| 2,500 | 0.98 |
| 3,000 | 0.96 |
| 3,500 | 0.94 |
| 4,000 | 0.92 |
| 4,500 | 0.90 |
| 5,000 | 0.88 |
Für einen Leistungsschalter mit einem Nennstrom von 100 A auf Meereshöhe würde der Betrieb in 4.000 Metern Höhe eine Reduzierung auf etwa 92 A erfordern, um eine gleichwertige thermische Leistung zu erzielen.
Leistungsverlust und Temperaturanstieg
Die reduzierte Luftdichte in der Höhe verringert die Wirksamkeit der konvektiven Kühlung, was zu höheren Temperaturanstiegen in Leistungsschaltergehäusen und internen Komponenten führt. Selbst wenn sie den gleichen Strom führen, arbeiten Leistungsschalter in der Höhe bei erhöhten Temperaturen, was die Alterung von Isoliermaterialien beschleunigt und den Kontaktwiderstand erhöht.
Testdaten zeigen, dass der Temperaturanstieg in 3.000 Metern Höhe im Vergleich zum Betrieb auf Meereshöhe unter identischen Lastbedingungen um 5-10 % steigen kann. Dies muss sowohl bei der Geräteauswahl als auch bei der Belüftungsplanung des Gehäuses berücksichtigt werden.
Thermische Auslösekurven
Thermisch-magnetische Leistungsschalter verwenden Bimetallelemente, die auf die durch den Stromfluss erzeugte Wärme reagieren. In großer Höhe erfahren diese Auslöseelemente aufgrund der reduzierten Kühlung schnellere Temperaturanstiege, wodurch sich die Zeit-Strom-Kennlinien nach links verschieben. In der Praxis bedeutet dies, dass der Schalter bei der gleichen Überstrombedingung früher auslöst als durch seine Nennkurve angegeben.
Dieser Effekt muss bei Koordinationsstudien berücksichtigt werden, um Fehlauslösungen zu verhindern und gleichzeitig einen angemessenen Schutz aufrechtzuerhalten. Elektronische Auslöseeinheiten sind für dieses Phänomen weniger anfällig, da ihre Auslöseeigenschaften typischerweise nicht von der Höhe beeinflusst werden.

3. Ausschalt- und Einschaltvermögen
Kurzschlussausschaltvermögen (Icu/Ics)
Das Bemessungsgrenzkurzschlussausschaltvermögen (Icu) und das Bemessungsbetriebskurzschlussausschaltvermögen (Ics) gehören zu den Parametern, die in der Höhe am stärksten beeinträchtigt werden. Die reduzierte Luftdichte beeinträchtigt die Lichtbogenlöschfähigkeit, wodurch es für Leistungsschalter schwieriger wird, Fehlerströme zu unterbrechen.
Die Effizienz der Lichtbogenkühlung nimmt mit der Höhe deutlich ab, was die Auswahl von Leistungsschaltern mit höheren Ausschaltvermögen erfordert, als dies auf Meereshöhe erforderlich wäre. Einige Hersteller empfehlen, das Ausschaltvermögen für Installationen in 3.000 Metern Höhe um 10-15 % zu erhöhen.
| Höhe (Meter) | Ausschaltvermögensfaktor | Empfohlene Maßnahmen |
|---|---|---|
| 2,000 | 1.00 | Standardbewertung ausreichend |
| 2,500 | 0.95 | 5 % Marge berücksichtigen |
| 3,000 | 0.90 | Nächsthöhere Bewertung auswählen |
| 3,500 | 0.85 | Deutlich höhere Nennwerte auswählen |
| 4,000 | 0.80 | Spezialisierte Ausrüstung empfohlen |
Elektrische Lebensdauer und Wartungsintervalle
Die verlängerte Lichtbogendauer in großer Höhe führt zu einer erhöhten Kontaktabtragung pro Schaltvorgang. Leistungsschalter erfahren einen beschleunigten Kontaktverschleiß, wodurch sich ihre elektrische Lebenserwartung verringert. Kontaktflächen weisen stärkere Lochfraßbildung und Materialübertragung auf, was häufigere Inspektionen und Wartungen erforderlich macht.
Hersteller empfehlen in der Regel, die Wartungsintervalle für Installationen über 3.000 Metern um 20-30 % zu verkürzen. Eine elektrische Lebensdauer von 10.000 Schaltspielen auf Meereshöhe könnte sich unter vergleichbaren Fehlerbedingungen auf 7.000-8.000 Schaltspiele in 3.500 Metern Höhe verringern.
4. Auslöseeinstellungs-Überlegungen
Elektromagnetische unverzögerte Auslösung
Elektromagnetische (nur magnetische) unverzögerte Auslösemechanismen sind im Vergleich zu thermischen Elementen relativ weniger von der Höhe beeinflusst. Diese Geräte arbeiten auf der Grundlage der magnetischen Kraft, die durch den Fehlerstrom erzeugt wird und die nicht wesentlich von der Luftdichte beeinflusst wird. Geringfügige Anpassungen können jedoch bei extremen Höhen über 4.000 Metern erforderlich sein.
Einstellbare elektronische Auslöseeinheiten
Moderne elektronische Auslöseeinheiten mit mikroprozessorgesteuerten Schutzalgorithmen behalten ihre Genauigkeit über einen weiten Höhenbereich bei. Die in elektronische Auslöseeinheiten einprogrammierten Auslöseschwellenwerte und Zeitverzögerungen müssen im Allgemeinen nicht an die Höhe angepasst werden, wodurch sie für Installationen in großer Höhe bevorzugt werden.
Parameter, die keine Reduzierung erfordern
Das Verständnis, welche Parameter von der Höhe unbeeinflusst bleiben, ist für die korrekte Spezifikation und Anwendung von Leistungsschaltern ebenso wichtig.
Kriechstrecke
Kriechstrecke – der kürzeste Weg entlang der Oberfläche der Isolierung zwischen leitfähigen Teilen – wird in erster Linie durch den Verschmutzungsgrad und nicht durch die Höhe beeinflusst. Dieser Parameter wird durch den Verschmutzungsgrad gemäß IEC 60664-1 bestimmt und erfordert keine Höhenkorrektur. Oberflächenverschmutzung, Feuchtigkeit und Umweltfaktoren bestimmen die Kriechanforderungen unabhängig von der Höhe.
Mechanische Lebensdauer
Die mechanische Lebensdauer von Leistungsschaltern, ausgedrückt als die Anzahl der Schaltspiele unter Leerlaufbedingungen, wird im Allgemeinen nicht durch die Höhe beeinflusst. Betätigungsmechanismen, Federn, Riegel und andere mechanische Komponenten funktionieren auf Meereshöhe und in großer Höhe vergleichbar. Standardmäßige mechanische Lebensdauerwerte – oft 10.000 bis 25.000 Schaltspiele für Kompaktleistungsschalter – gelten ohne Anpassung.
Einstellungen der elektronischen Auslöseeinheit
Wie bereits erwähnt, behalten die Strom- und Zeiteinstellungen elektronischer Auslöseeinheiten ihre kalibrierten Werte unabhängig von der Installationshöhe bei. Diese Halbleiterschutzgeräte verwenden elektronische Sensoren und eine Verarbeitung, die unempfindlich gegenüber atmosphärischen Druckänderungen sind. Diese Eigenschaft macht elektronische Leistungsschalter besonders vorteilhaft für Anwendungen in großer Höhe.
Bemessungsdaten von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD)
Der Bemessungsfehlerstrom (IΔn) von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen oder Erdschlussschutzfunktionen erfordert keine Reduzierung aufgrund der Höhe. Diese Geräte erkennen differentielle Stromungleichgewichte durch Stromwandler, ein Messprinzip, das von der Luftdichte oder den atmosphärischen Bedingungen unbeeinflusst ist.
Umfassende Tabelle zur Höhenreduzierung
| Parameter | Symbol | Reduzierung erforderlich | Typischer Faktor bei 3.000 m | Typischer Faktor bei 4.000 m |
|---|---|---|---|---|
| Nenn-Isolationsspannung | Ui | Ja | 1,28 (Erhöhung erforderlich) | 1,42 (Erhöhung erforderlich) |
| Stoßspannungsfestigkeit | Uimp | Ja | 1,28 (Erhöhung erforderlich) | 1,42 (Erhöhung erforderlich) |
| Elektrischer Abstand | – | Ja | 1,28 × Basiswert | 1,42 × Basiswert |
| Netzfrequenz-Stehspannung | – | Ja | Gemäß Herstellerangaben | Gemäß Herstellerangaben |
| Nennstrom | Unter | Ja | 0.96 | 0.92 |
| Schaltleistung | Icu/Ics | Ja | 0.90 | 0.80 |
| Kurzzeitstromfestigkeit | Icw | Ja | 0.90 | 0.80 |
| Schaltvermögen | Icm | Ja | 0.90 | 0.80 |
| Thermische Auslösekennlinie | – | Ja (verschiebt sich nach links) | Angepasst gemäß Prüfung | Angepasst gemäß Prüfung |
| Magnetische Auslöseeinstellung | Im | Minimal | 0.98-1.00 | 0.95-1.00 |
| Elektronische Auslöseeinstellungen | – | Keine | 1.00 | 1.00 |
| Kriechstrecke | – | Keine | 1.00 | 1.00 |
| Mechanische Lebensdauer | – | Keine | 1.00 | 1.00 |
| RCD-Bemessungsstrom | IΔn | Keine | 1.00 | 1.00 |
Praktische Anwendungsrichtlinien
Systemdesign-Überlegungen
Bei der Planung von elektrischen Verteilungssystemen für Installationen in großer Höhe sollten Ingenieure:
- Gründliche Isolationskoordinationsstudien durchführen unter Berücksichtigung von Höhenkorrekturfaktoren
- Herstellerangaben überprüfen bezüglich Höhenfestigkeit und Reduzierungsempfehlungen
- Umgebungsgehäuseschutzarten berücksichtigen mit verbesserter Belüftung für das Wärmemanagement
- Überspannungsschutz implementieren da reduzierte Isolationsabstände die Anfälligkeit für Transienten erhöhen
- Reduzierte Wartungsintervalle einplanen um dem beschleunigten Kontaktverschleiß entgegenzuwirken
Alternative Technologien
Für Installationen in extremen Höhen (über 3.500 Metern) sollten Sie folgende Alternativen in Betracht ziehen:
- Gasisolierte Schaltanlagen (GIS): SF6- oder alternative Gasisolierung bietet konsistente dielektrische Eigenschaften unabhängig vom Umgebungsdruck
- Vacuum circuit breakers: Die Lichtbogenunterbrechung erfolgt im Vakuum, wodurch Höheneinflüsse auf die Schaltleistung vollständig eliminiert werden
- Feststoffisolierte Geräte: Epoxidharz- oder harzisolierte Systeme bieten eine höhenunabhängige Isolationsleistung
- Elektronische Auslösegeräte: Mikroprozessorgesteuerter Schutz eliminiert die Höhenempfindlichkeit des thermischen Elements
Gehäuse- und Belüftungsdesign
Das Temperaturmanagement im Schaltschrank wird in der Höhe kritisch. Verbesserte Belüftungsstrategien umfassen:
- Erhöhte Lüfterleistung, um die reduzierte Luftdichte auszugleichen
- Größere Belüftungsöffnungen unter Beibehaltung des Verschmutzungsschutzes
- Temperaturüberwachungssysteme mit höhenangepassten Alarmschwellen
- Wärmelastberechnungen unter Verwendung von höhenkorrigierten Reduzierungsfaktoren
Häufig Gestellte Fragen
Warum müssen Leistungsschalter ab einer Höhe von 2.000 Metern einer Höhenminderung unterzogen werden?
In Höhenlagen über 2.000 Metern beeinträchtigt die reduzierte Luftdichte sowohl die Isolations- als auch die Kühlungseigenschaften. Dünnere Luft bietet gemäß dem Paschen-Gesetz eine weniger effektive elektrische Isolation, wodurch das Risiko eines elektrischen Durchschlags steigt. Gleichzeitig verringert die reduzierte Luftdichte die konvektive Wärmeübertragung, was zu höheren Betriebstemperaturen führt. Diese kombinierten Effekte können ohne angemessene Reduzierung zu vorzeitigem Ausfall, reduzierter Schaltleistung und Sicherheitsrisiken führen.
Wie berechne ich den Höhenkorrekturfaktor für meine Installation?
Der Höhenkorrekturfaktor Ka wird nach der IEC-Formel berechnet: Ka = e^[m(H-1000)/8150], wobei H Ihre Installationshöhe in Metern ist und m typischerweise 1,0 für die meisten Spannungsparameter beträgt. Zum Beispiel bei 3.500 Metern: Ka = e^[(3500-1000)/8150] = e^0,307 ≈ 1,36. Dies bedeutet, dass die Isolationswerte 36 % höher sein sollten als die Standardwerte. Beachten Sie immer die Datenblätter des Herstellers für spezifische Derating-Kurven und Empfehlungen.
Welche Leistungsschalterparameter werden am stärksten von der Höhe beeinflusst?
Die drei kritischsten betroffenen Parameter sind: (1) Kurzschlussausschaltvermögen, das aufgrund reduzierter Lichtbogenkühlung in 4.000 Metern Höhe um 20 % oder mehr sinken kann; (2) Bemessungsisolationsspannung und Stoßspannungsfestigkeit, die in 3.000-4.000 Metern Höhe 25-40 % höhere Werte erfordern; und (3) Dauerstrom, der typischerweise eine Reduzierung um 5-10 % aufgrund reduzierter Kühlleistung erfordert. Ausschaltvermögen und elektrische Lebensdauer erfahren die stärkste Beeinträchtigung.
Kann ich Standard-Leistungsschalter, die für den Einsatz auf Meereshöhe ausgelegt sind, in einer Höhe von 2.500 Metern verwenden?
Bei 2.500 Metern – nur 500 Meter über der Standardschwelle – treten Leistungsschalter in den Bereich ein, in dem eine Reduzierung ratsam, aber nicht immer zwingend erforderlich ist. Für eine konservative Ingenieurpraxis wenden Sie mindestens eine Sicherheitsmarge von 2-5 % auf die Nennströme an und stellen Sie sicher, dass der verfügbare Fehlerstrom nicht 95 % der Nennausschaltleistung des Schalters überschreitet. Für kritische Anwendungen oder extreme Betriebsbedingungen wenden Sie sich an den Hersteller, um spezifische Höhenzertifizierungen zu erhalten.
Sind Vakuum-Leistungsschalter besser für Anwendungen in großer Höhe geeignet?
Ja, Vakuum-Leistungsschalter bieten erhebliche Vorteile für Installationen in großer Höhe. Da die Lichtbogenunterbrechung im Vakuum und nicht in Luft erfolgt, bleibt ihre Ausschaltleistung von atmosphärischem Druck unbeeinflusst. Allerdings erfordert die externe Isolation (Durchführungen, Klemmen) weiterhin eine Höhenkorrektur. Vakuum-Leistungsschalter werden besonders für Installationen über 3.500 Metern empfohlen, wo luftisolierte Leistungsschalter eine erhebliche Reduzierung der Nennleistung erfordern und in den erforderlichen Nennleistungen unpraktisch oder nicht verfügbar sein können.
Müssen elektronische Leistungsschalter in Bezug auf die Höhe reduziert werden?
Elektronische Leistungsschalter müssen nur hinsichtlich ihrer Strombelastbarkeit und Isolationsparameter reduziert werden, nicht jedoch hinsichtlich ihrer Auslöseeinstellungen. Die mikroprozessorgesteuerten Schutzfunktionen halten die Auslöseschwellen unabhängig von der Höhe präzise ein. Dies macht sie thermisch-magnetischen Schutzschaltern in großen Höhen überlegen, da thermische Elemente aufgrund von höhenbedingten Temperatureffekten verschobene Auslösekennlinien aufweisen. Die Leistungsanschlüsse müssen jedoch weiterhin gemäß den Herstellerspezifikationen hinsichtlich des Stroms reduziert werden.
Fazit
Die korrekte Auswahl und Anwendung von Leistungsschaltern in Hochgebirgsanlagen erfordert sorgfältige Beachtung mehrerer zusammenhängender Parameter. Während die 2.000-Meter-Schwelle einen klaren Abgrenzungspunkt darstellt, beginnen die Höheneinflüsse die Leistung bereits in niedrigeren Lagen zu beeinflussen und werden oberhalb von 3.000 Metern immer kritischer. Das Verständnis, welche Parameter eine Reduzierung erfordern – Isolationspegel, Nennströme und Schaltleistung – im Vergleich zu denen, die stabil bleiben – Kriechstrecke, mechanische Lebensdauer und elektronische Auslöseeinstellungen – ermöglicht es Ingenieuren, geeignete Geräte zu spezifizieren und zuverlässige elektrische Schutzsysteme aufrechtzuerhalten.
Der Schlüssel zu erfolgreichen elektrischen Hochgebirgsinstallationen liegt in einer umfassenden Systemauslegung, die die Auswirkungen der reduzierten Luftdichte sowohl auf die Isolation als auch auf die thermische Leistung berücksichtigt. Durch die Anwendung herstellerspezifischer Korrekturfaktoren, die Durchführung gründlicher Isolationskoordinationsstudien und die Berücksichtigung fortschrittlicher Technologien wie Vakuumschaltung oder gasisolierte Schaltanlagen für extreme Bedingungen können Anlagenverwalter einen sicheren und zuverlässigen Betrieb des Leistungsschalters unabhängig von der Höhe gewährleisten.
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- Einhaltung der internationalen Normen einschließlich IEC 62271, IEC 60947 und ANSI C37
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Referenzen und Normen:
- IEC 62271-1: Hochspannungs-Schaltgeräte und -Steuergeräte – Allgemeine Festlegungen
- IEC 60947-2: Niederspannungs-Schaltgeräte und -Steuergeräte – Leistungsschalter
- IEC 60071-2: Isolationskoordination – Anwendungsleitfaden
- IEC 60664-1: Isolationskoordination für Geräte in Niederspannungssystemen