Warum Brandschutz für elektrische Gehäuse wichtig ist
Durch Elektrizität verursachte Brände machen jährlich etwa 25.000 Vorfälle in Wohn- und Gewerbegebäuden aus, wobei Verteilerfelder und Schaltschränke in Industrieanlagen kritische Brandgefahren darstellen. Im Gegensatz zu Bränden im offenen Raum stellen Brände in elektrischen Gehäusen besondere Herausforderungen dar: Enge Räume verstärken die Wärmeentwicklung, unter Spannung stehende Komponenten erschweren die Löschmaßnahmen, und traditionelle Löschmethoden verursachen oft Kollateralschäden, die die brandbedingten Verluste übersteigen.
Der Aerosol-Feuerlöscher stellt einen Paradigmenwechsel in der Brandbekämpfung von Elektroschränken dar. Diese kompakten, in sich geschlossenen Einheiten setzen ultrafeine Partikel auf Kaliumbasis frei, die Brände durch Unterbrechung der chemischen Kettenreaktion und nicht durch Sauerstoffverdrängung oder Kühlung unterdrücken. Für Facility Manager, die Brandschutzsysteme spezifizieren, stellt das Verständnis der richtigen Dimensionierung einen angemessenen Schutz sicher, ohne die Kosten oder die Installationskomplexität zu überstrapazieren.
Dieser umfassende Leitfaden behandelt die technischen Überlegungen, Berechnungsmethoden und Produktauswahlkriterien für die Dimensionierung von Aerosol-Feuerlöschern in elektrischen Gehäusen, unter besonderer Bezugnahme auf VIOX Electric's Auf DIN-Schienen montierte Aerosol-Feuerlöschsysteme.

Verstehen der Aerosol-Feuerlöschtechnologie
Wie kondensierte Aerosolsysteme funktionieren
Die kondensierte Aerosol-Feuerlöschung arbeitet über einen dreiphasigen Mechanismus, der sich grundlegend von herkömmlichen Löschmitteln unterscheidet:
Chemische Inhibition: Bei Aktivierung erfährt die aerosolbildende Verbindung eine schnelle thermische Zersetzung, wodurch ultrafeine Partikel (0,1-10 Mikrometer) aus Kaliumcarbonaten und anderen Metallsalzen entstehen. Diese Partikel fangen freie Verbrennungsradikale (H•, OH•, O•) auf molekularer Ebene ab und beenden die Kettenreaktion, die die Brandausbreitung aufrechterhält. Im Gegensatz zu CO₂- oder Inertgassystemen, die auf Sauerstoffverdrängung beruhen, halten Aerosolmittel ein atembares Atmosphärenniveau aufrecht (die O₂-Reduktion beträgt typischerweise weniger als 3 %).
Physische Kühlung: Der endotherme Zersetzungsprozess absorbiert erhebliche thermische Energie aus der Flammzone und reduziert die lokalen Temperaturen unter die Zündschwellen für gängige elektrische Isolationsmaterialien (typischerweise 300-400 °C).
Flammenverdünnung: Die dichte Partikelwolke erzeugt einen Barriereeffekt, der Brennstoffquellen physisch vom Oxidationsmittel trennt und eine sekundäre Unterdrückung durch Störung der Flammenstruktur bewirkt.
Vorteile gegenüber traditionellen Feuerlöschmethoden
| Kriterium | Aerosolsysteme | CO₂ | Trockenchemie | Wasser/Schaum |
|---|---|---|---|---|
| Elektrische Sicherheit | Nicht leitend | Nicht leitend | Leitfähige Rückstände | Hochleitfähig |
| Auswirkungen von Rückständen | Minimaler Feinstaub | Keiner | Schweres, korrosives Pulver | Wasserschaden |
| Platzbedarf | 18-67 mm Breite | Große Zylinder + Verrohrung | Mittlere Zylinder | Umfangreiche Verrohrung |
| Komplexität der Installation | DIN-Schiene Aufsteckbar | Professionelle Verrohrung | Mäßig | Komplexes Nasssystem |
| Maintenance Frequency | 10 Jahre Lebensdauer | Jährliche Inspektion | 6-12 Monate | Vierteljährliche Prüfung |
| Auswirkungen auf die Umwelt | Null ODP/GWP | Hoher GWP | Moderates ODP | Keiner |
| Aktivierungsgeschwindigkeit | <3 Sekunden | 10-30 Sekunden | 5-15 Sekunden | 30-60 Sekunden |
Der Aerosol-Vorteil wird besonders deutlich bei elektrischen Verteileranwendungen, bei denen Platzbeschränkungen, Rückstandsempfindlichkeit und Anforderungen an eine schnelle Reaktion zusammenkommen. VIOX's Aerosol-Feuerlöschgeräte gehen diese spezifischen Schwachstellen durch Formfaktoroptimierung und elektrische Integration an.
Wichtige Dimensionierungsfaktoren für Aerosol-Feuerlöscher
Berechnung des geschützten Volumens
Die genaue Volumenbestimmung bildet die Grundlage für die richtige Dimensionierung des Aerosolsystems. Die grundlegende Berechnung lautet wie folgt:
V = L × B × H
Wo:
- V = Geschütztes Volumen (m³)
- L = Gehäuselänge (m)
- B = Gehäusebreite (m)
- H = Gehäusehöhe (m)
Abzugserwägungen: Subtrahieren Sie die Volumina, die von Folgendem eingenommen werden:
- Feste, dauerhafte Strukturen (Sammelschienen, Montageplatten >5 mm Dicke)
- Große Transformatoren oder Kondensatorbänke, die >15 % des Gehäusevolumens einnehmen
- Geräte, die isolierte Abteile mit eingeschränkter Aerosolzirkulation schaffen
Nicht abziehen: Raum, der eingenommen wird von:
- Kabelbündel und Kabelbäume (Aerosol dringt zwischen die Leiter ein)
- Standard-Leistungsschalter und Schütze
- Steuerrelais und Klemmenleisten
Anforderungen an die Wirkstoffdichte
Die Wirksamkeit der Aerosol-Feuerlöschung hängt davon ab, dass im gesamten geschützten Volumen eine minimale Wirkstoffkonzentration erreicht wird. Standard-Auslegungsdichten:
| Brandklasse | Mindestdichte | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| Klasse C (Elektrisch) | 100-130 g/m³ | Verteilerkästen, Schaltschränke |
| Klasse A (Oberfläche) | 80-100 g/m³ | Kabeltrassen, Dokumentenlagerung |
| Klasse B (Brennbare Flüssigkeit) | 120-150 g/m³ | Transformatorenöl, Hydrauliksysteme |
Für elektrische Gehäuse zielen VIOX-Systeme auf 100 g/m³ als Basiskonzentration ab, wobei Sicherheitsfaktoren in die Produktleistungsdaten integriert sind.
Umweltkompensationsfaktoren
Installationen in der realen Welt erfordern eine Anpassung an die Betriebsbedingungen:
K₁ (Höhenverteilungsfaktor): Berücksichtigt die Aerosolablagerung in hohen Gehäusen
- Gehäuse <1,5 m Höhe: K₁ = 1,0
- 1,5-3,0 m Höhe: K₁ = 1,1-1,2
- > 3,0 m Höhe: K₁ = 1,3-1,5
K₂ (Leckagekompensationsfaktor): Passt sich an die Gehäuseintegrität an
- Abgedichtete/versiegelte Schränke: K₂ = 1,0
- Standard-Elektrogehäuse: K₂ = 1,1-1,2
- Belüftete/perforierte Paneele: K₂ = 1,3-1,5 (oder nicht geeignet)
Vollständige Dimensionierungsformel:
M = K₁ × K₂ × V × q
Wo:
- M = Erforderliche Agentenmasse (Gramm)
- q = Auslegungsdichte (100 g/m³ für elektrische Anwendungen)
- V = Netto geschütztes Volumen (m³)
VIOX Aerosol-Feuerlöscher-Produktreihe
Technische Daten der QRR-Serie
VIOX Electric fertigt eine umfassende Palette von Aerosol-Feuerlöschgeräten, die für elektrische Verteileranwendungen optimiert sind:
| Modell | Agentenmasse | Geschütztes Volumen | Iz-dimensionen Von null bis null | Montageart |
|---|---|---|---|---|
| QRR0.01G/S | 10g ± 1g | ≤0,1 m³ | 80×68×20mm | DIN-Schiene (1P) |
| QRR0.05G/S | 50g ± 2g | ≤0,5 m³ | 93×67×47mm | Magnetisch/Schraube |
| QRR0.1G/S | 100g ± 2g | ≤1,0 m³ | 257×67×47mm | Magnetisch/Schraube |
| QRR0.2G/S | 200g ± 2g | ≤2,0 m³ | 306×67×47mm | Magnetisch/Schraube |
| QRR0.3G/S | 300g ± 2g | ≤3,0 m³ | 306×67×47mm | Magnetisch/Schraube |
Leistungsmerkmale
Aktivierungsmethoden:
- Thermische Schnurerkennung (1,5 m hitzeempfindliches Kabel, 170 °C ± 5 °C Aktivierung)
- Elektrische Aktivierung (12-24 VDC Signal von der Brandmeldezentrale)
- Manueller Notfallknopf (Glasbruch oder Druckknopf)
Entladeleistung:
- Sprühzeit: ≤14 Sekunden (vollständige Freisetzung des Wirkstoffs)
- Reaktionsverzögerung: ≤0,5 Sekunden (vom Auslöser bis zum Beginn der Entladung)
- Düsentemperatur: ≤75 °C in 400 mm Entfernung (sicher für angrenzende Geräte)
Betriebsumgebung:
- Temperaturbereich: -40 °C bis +70 °C (alle Modelle behalten ihre Funktionalität unter extremen Bedingungen bei)
- Feuchtigkeitstoleranz: <95 % relative Luftfeuchtigkeit, nicht kondensierend
- Vibrationsfestigkeit: Geeignet für mobile Anwendungen (geprüft nach IEC 60068-2-6)
Nutzungsdauer: 10 Jahre wartungsfreier Betrieb bei intakter Werksversiegelung
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Dimensionierung mit praktischen Beispielen
Beispiel 1: Standard-Verteilerschrank
Anwendung: Niederspannungsverteilung in einem Gewerbegebäude
- Gehäuseabmessungen: 600 mm (H) × 400 mm (B) × 300 mm (T)
- Konfiguration: Standardmäßig belüftetes Gehäuse mit MCBs und RCCBs
- Temperatur: Innenraum, kontrollierte Umgebung (20-30 °C)
Berechnungsschritte:
- Volumenberechnung:
- V = 0,6 m × 0,4 m × 0,3 m = 0,072 m³
- Faktorbestimmung:
- K₁ = 1,0 (Höhe <1,5 m)
- K₂ = 1,1 (standardmäßig belüftetes Gehäuse)
- Erforderliche Wirkstoffmasse:
- M = 1,0 × 1,1 × 0,072 × 100 = 7,92 Gramm
- Produktauswahl:
- Empfohlen: QRR0.01G/S (10 g Kapazität)
- Bietet 26% Sicherheitsmarge
- DIN-Schienenmontage lässt sich direkt in bestehende elektrische Komponenten integrieren
- Einpolige (18 mm) Breite spart Platz im Schaltschrank
Beispiel 2: Schaltschrank mit dichter Bestückung
Anwendung: SPS-Schaltschrank in einem industriellen Automatisierungssystem
- Gehäuseabmessungen: 800 mm × 600 mm × 400 mm
- Gerätedichte: ~30% Volumen, das von SPS-Modulen und Netzteilen belegt wird
- Umgebung: Fabrikhalle mit Temperaturschwankungen
Berechnungsschritte:
- Bruttovolumen: 0,8 m × 0,6 m × 0,4 m = 0,192 m³
- Geräteabzug: 0,192 × 0,7 = 0,134 m³ (Nettovolumen, unter Berücksichtigung der 30% Gerätebelegung)
- Umweltfaktoren:
- K₁ = 1,0 (Höhe akzeptabel)
- K₂ = 1,2 (industrielle Umgebung, mäßige Leckage)
- Erforderlicher Wirkstoff: M = 1,0 × 1,2 × 0,134 × 100 = 16,08 Gramm
- Produktauswahl:
- Empfohlen: QRR0.05G/S (50 g Kapazität)
- Deutliche Sicherheitsmarge berücksichtigt zukünftige Geräteerweiterungen
- Magnetische Montage ermöglicht flexible Positionierung
- 1,5 m Thermokabel kann im gesamten Schaltschrankinneren verlegt werden
Beispiel 3: Großer Schaltanlagenschrank
Anwendung: Mittelspannungs-Schaltanlagenraum
- Gehäuseabmessungen: 2000 mm × 800 mm × 600 mm
- Konfiguration: Abgedichtetes, metallgekapseltes Gehäuse mit SF6-Leistungsschalter
- Besondere Berücksichtigung: Hochwertige Geräte erfordern maximalen Schutz
Berechnungsschritte:
- Volumen: 2,0 m × 0,8 m × 0,6 m = 0,96 m³
- Höhenfaktor: K₁ = 1,2 (2 m Höhe erfordert Verteilungskompensation)
- Gehäusefaktor: K₂ = 1,0 (abgedichtete Konstruktion)
- Erforderlicher Wirkstoff: M = 1,2 × 1,0 × 0,96 × 100 = 115,2 Gramm
- Produktauswahl:
- Empfohlen: QRR0.2G/S (200 g Kapazität)
- Überdimensionierung gewährleistet vollständige Unterdrückung in großem Volumen
- Zwei Einheiten können zur Redundanz installiert werden (je 100 g, strategisch positioniert)
- Alternative: Einzelne QRR0.2G/S mit zentralisierter Montage

Installationshinweise für optimalen Schutz
Richtlinien für die DIN-Schienenmontage
Das QRR0.01G/S Modell’s DIN-Schienenkompatibilität stellt einen Durchbruch in der Integration von Schaltschränken dar:
Montageprozess:
- Verfügbarkeit einer 35-mm-DIN-Schiene bestätigen (Standardprofil EN 60715)
- Gerät im oberen Drittel des Gehäuses positionieren, um eine optimale Aerosolverteilung zu gewährleisten
- Gerät mit Standard-Clipmechanismus auf die Schiene schnappen (identisch mit der Installation des Schutzschalters)
- 500 mm Freiraum vor der Ausstoßdüse sicherstellen
- Thermisches Detektionskabel in Serpentinenform verlegen, um alle Kabelbündel und Anschlusspunkte abzudecken
Elektrische Integration:
- Standalone-Betrieb: Thermokabel sorgt für autonome Branderkennung (keine externe Stromversorgung erforderlich)
- Integrierter Betrieb: 12V/24V DC-Signal von der Brandmeldezentrale an die elektrischen Aktivierungsanschlüsse anschließen
- Statusüberwachung: Optionaler potentialfreier Ausgang für SCADA/BMS-Integration
Platzierungsstrategie für maximale Effektivität
Vertikale Positionierung:
- Bevorzugt: Oberes 1/3 des Gehäuses (Aerosol verteilt sich auf natürliche Weise nach unten)
- Akzeptabel: Mittige Montage für hohe Schränke (>1,5 m)
- Vermeiden: Untere Montage (reduziert die Wirksamkeit, erfordert eine erhöhte Wirkstoffmasse)
Horizontale Ausrichtung:
- Die Austrittsdüse sollte zur Mitte des geschützten Volumens zeigen
- Mindestabstand von 300 mm zu geschützten Geräten einhalten (verhindert Thermoschock)
- Bei mehreren Einheiten: Positionen versetzt anordnen, um überlappende Abdeckungsbereiche zu gewährleisten
Verlegung des Thermokabels:
- Alle Kabeleinführungspunkte abdecken (Bereiche mit höchster Brandwahrscheinlichkeit)
- Durch die dichtesten Verdrahtungsbereiche in Serpentinenform verlegen
- Mit Kabelbindern in Abständen von 150-200 mm sichern
- Scharfe Biegungen (>90°) vermeiden, die das Sensorelement beschädigen könnten
- Überschüssiges Kabel kann gekürzt werden (1,5 m Standardlänge für die meisten Installationen)
Freiraumbedarf:
| Zone | Mindestabstand | Grund |
|---|---|---|
| Austrittsdüse zum Personenzugang | 1,5 m | Thermische Sicherheit während der Aktivierung |
| Düse zu geschützten Geräten | 0,3 m | Verhindert thermische Schäden an Komponenten |
| Düsenfreiraum (ungehindert) | 0,5 m | Gewährleistet ein korrektes Aerosol-Verteilungsmuster |
| Seiten-/Rückseitenabstände | 50mm | Ermöglicht Luftstrom für das Wärmemanagement |
Multi-Unit-Konfigurationen
Für Gehäuse, die die Kapazität einer einzelnen Einheit überschreiten, implementieren Sie eine verteilte Unterdrückung:
Serienkonfiguration (einzelne Detektionszone):
- Mehrere Aerosoleinheiten, die an ein einzelnes Thermokabel angeschlossen sind
- Gleichzeitige Aktivierung gewährleistet eine gleichmäßige Konzentration
- Geeignet für regelmäßige rechteckige Gehäuse
Zonenkonfiguration (getrennte Detektion):
- Individuelle Thermokabel pro Einheit
- Gezielte Unterdrückung reduziert unnötige Entladungen
- Optimal für unterteilte Schaltanlagen
Beispiel: 3,0 m³ geschlossene Schaltanlage
- Option A: Einzelne QRR0.3G/S-Einheit (zentral montiert)
- Option B: Drei QRR0.1G/S-Einheiten (verteilt in Abständen von 1 m)
- Option B bietet eine schnellere Reaktion und eine bessere Verteilung in länglichen Gehäusen
Produktvergleich und Auswahlmatrix

Kapazitätsbasierte Auswahltabelle
Anwendungsspezifische Empfehlungen
| Anwendung Typ | Typischer Volumenbereich | Empfohlenes Modell | Installation Notes |
|---|---|---|---|
| Zählerkästen | 0,05-0,15 m³ | QRR0.01G/S | DIN-Schienenmontage, Thermokabel obligatorisch |
| Distribution panels | 0,2-0,5 m³ | QRR0.05G/S | Magnetische Montage akzeptabel, duale Aktivierung bevorzugt |
| Motorsteuerungszentren | 0,5-1,2 m³ | QRR0.1G/S | Obere Montage, mehrere Einheiten für >0,8 m³ in Betracht ziehen |
| Antriebsschränke (VFD) | 1,0-2,5 m³ | QRR0.2G/S | Wärmeerzeugungszonen berücksichtigen, elektrische Aktivierung empfohlen |
| Schaltanlagenfächer | 2,0-3,5 m³ | QRR0.3G/S | Abgedichtete Installationen, erfordern möglicherweise redundante Doppeleinheiten |
| Serverschränke | Variabel | Gemäß Berechnung | Beurteilung der Gerätedichte, abgedichtete Rückseite bevorzugt |
| Batteriegehäuse | 0,3-1,5 m³ | Basierend auf dem Volumen | Verbesserte thermische Überwachung aufgrund von Lithium-Ionen-Risiken |
Entscheidungsbaum für die Produktauswahl
Hier beginnen → Gehäusevolumen messen
Wenn V ≤ 0,1 m³:
- → Standardpanel → QRR0.01G/S
- → Dichte Ausrüstung → Nettovolumen berechnen → Auswahl basierend auf dem angepassten Wert
Wenn 0,1 m³ < V ≤ 0,5 m³:
- → QRR0.05G/S (Standardauswahl)
- → Hochwertige Ausrüstung → In Betracht ziehen QRR0.1G/S für Sicherheitsmarge
Wenn 0,5 m³ < V ≤ 1,0 m³:
- → QRR0.1G/S
- → Hohes Gehäuse (>1,5 m) → K₁-Faktor verwenden → Kann erforderlich sein QRR0.2G/S
Wenn 1,0 m³ < V ≤ 2,0 m³:
- → QRR0.2G/S (einzelne Einheit)
- → 2× in Betracht ziehen QRR0.1G/S für verteilte Abdeckung
Wenn 2,0 m³ < V ≤ 3,0 m³:
- → QRR0.3G/S
- → Komplexe Geometrie → Mehrere kleinere Einheiten bevorzugt
Wenn V > 3,0 m³:
- → Mehrere Einheiten erforderlich
- → Größere Aerosolgeneratoren für den Schutz des gesamten Raums in Betracht ziehen
- → Wenden Sie sich für die Systemauslegung an die VIOX-Entwicklung
Häufig Gestellte Fragen
F: Können Aerosol-Feuerlöscher in ständig besetzten Elektrikräumen eingesetzt werden?
A: Ja, mit den entsprechenden Sicherheitsprotokollen. Aerosolsysteme halten den Sauerstoffgehalt während der Entladung über 18 % (im Vergleich zu CO₂-Systemen, die den O₂-Gehalt auf gefährliche Werte reduzieren). Installationen sollten jedoch Folgendes umfassen:
- Voralarm (10-30 Sekunden Evakuierungswarnung)
- Notabschaltung der HLK, um die Ausbreitung von Aerosolen zu verhindern
- Belüftungsverfahren nach der Entladung vor dem Wiedereintritt
- Personalschulung zur Aerosolexposition (leichte Augen-/Atemwegsreizungen möglich)
Die VIOX-Systeme entsprechen den Sicherheitsstandards ISO 15779 für den Schutz von besetzten Räumen, wenn sie ordnungsgemäß mit Erkennungsverzögerungen und Warnsystemen konfiguriert sind.
F: Wie stelle ich fest, ob meine Gehäuseleckagerate einen Ausgleich erfordert?
A: Wenden Sie die “visuelle Inspektionsmethode” zur vorläufigen Beurteilung an:
- Versiegelte Gehäuse (mit Dichtungen versehene Türen, abgedichtete Kabeleinführungen): K₂ = 1,0
- Standardpanels (typische Spalte um Türen/Lüftungsöffnungen <5 mm gesamt): K₂ = 1,1-1,2
- Belüftet (Lamellen, Lüfteröffnungen, perforierte Paneele): K₂ = 1,3-1,5 oder nicht geeignet
Führen Sie für kritische Anwendungen einen Türlüftertest gemäß NFPA 2001 Anhang C durch: Ziel ist eine äquivalente Leckagefläche (ELA) von <0,01 m² pro m³ Volumen für die Eignung des Aerosolsystems.
F: Welche Wartung benötigt ein VIOX-Aerosol-Feuerlöscher während seiner 10-jährigen Lebensdauer?
A: Der Wartungsaufwand ist im Vergleich zu herkömmlichen Systemen minimal:
- Monatlich: Sichtprüfung der Druckanzeige (grüner Bereich), Prüfung auf physische Schäden, Überprüfung der Unversehrtheit des Thermokabels
- Vierteljährlich: Testen des elektrischen Aktivierungskreises (falls installiert), Überprüfung der Montagesicherheit
- Jährlich: Professionelle Inspektion zur Dokumentation der Seriennummern der Einheiten, der Installationsdaten und der Funktionalität des Aktivierungssystems
- Kein Aufladen erforderlich: Abgedichtete Einheiten halten den Druck ohne jährliche Rezertifizierung aufrecht
Nach 10 Jahren oder einem Aktivierungsereignis müssen die Einheiten ausgetauscht werden. Die QRR-Serie verwendet manipulationssichere Siegel, die anzeigen, ob ein unbefugter Zugriff stattgefunden hat.
F: Können mehrere Aerosoleinheiten an eine einzige Brandmeldezentrale angeschlossen werden?
A: Ja, VIOX-Aerosol-Feuerlöscher unterstützen mehrere Integrationsarchitekturen:
Parallele Aktivierung: Alle Einheiten erhalten ein gleichzeitiges 12/24-VDC-Signal von einem einzigen Relaisausgang (üblich für verteilten Schutz in derselben Brandzone)
Zonenweise Aktivierung: Einzelne Einheiten, die von separaten Erfassungszonen gesteuert werden (optimal für unterteilte Geräte)
Hybridkonfiguration: Das Thermokabel bietet lokalen autonomen Schutz + die elektrische Aktivierung ermöglicht die ferngesteuerte manuelle Auslösung
Elektrische Spezifikationen:
- Eingang: 12-24 VDC (3-5 W kurzzeitig, <500 mW Standby)
- Aktivierung: 50-200 ms Impulsdauer erforderlich
- Ausgang: potentialfreier Kontakt (SPDT) für Systemrückmeldung/Überwachung
F: Was passiert mit elektrischen Geräten nach der Aerosolentladung?
A: Verfahren zur Reinigung und Wiederherstellung nach der Entladung:
Unmittelbare Auswirkungen (0-4 Stunden):
- Feiner weißer/grauer Staub setzt sich auf Oberflächen ab (Kaliumkarbonat, Karbonate)
- Keine korrosive Wirkung auf Metall- oder Elektronikkomponenten (neutraler pH-Wert)
- Rückstände sind im trockenen Zustand nicht leitfähig (hygroskopisch bei Feuchtigkeitseinwirkung)
Reinigungsverfahren:
- Geschützte Geräte spannungsfrei schalten
- Lose Rückstände mit HEPA-gefilterten Geräten absaugen (Vermeiden Sie Blasen oder Bürsten, da dies Partikel verteilt)
- Oberflächen mit trockenem Tuch oder Isopropylalkohol für empfindliche Elektronik abwischen
- Auf Hitzeschäden durch den ursprünglichen Brand prüfen (Aerosol selbst verursacht keine thermischen Schäden)
- Isolationswiderstand vor Wiedereinschaltung bestätigen
Studien zu Geräteauswirkungen: NIST-Tests zeigen, dass die Funktionalität elektronischer Geräte bei Aerosolrückstandskonzentrationen von bis zu 3× der typischen Entladungskonzentrationen erhalten bleibt, sofern Feuchtigkeitseintritt verhindert wird.
F: Wie dimensioniere ich den Aerosolschutz für ein Gehäuse mit variabler Gerätebestückung?
A: Auslegung für die maximal erwartete Konfiguration mit konservativem Ansatz:
Methode 1 – Zukunftssichere Dimensionierung:
- Berechnung basierend auf dem leeren Gehäusevolumen
- Auswahl des nächstgrößeren Kapazitätsmodells
- Beispiel: 0,4 m³ Schrank → Verwenden Sie QRR0.1G/S anstelle von QRR0.05G/S
Methode 2 – Phasenweiser Schutz:
- Installation einer Kapazität, die der aktuellen Geräteausstattung entspricht (mit 20% Sicherheitsmarge)
- Hinzufügen von Zusatzeinheiten bei zunehmender Gerätedichte
- Beispiel: 1,5 m³, die anfänglich 165 g benötigen → Installieren Sie jetzt QRR0.2G/S und fügen Sie eine zweite Einheit hinzu, wenn die Erweiterung 1,8 m³ überschreitet
Methode 3 – Modularer Ansatz:
- Verwenden Sie mehrere kleinere Einheiten, die strategisch verteilt sind
- Ermöglicht die selektive Aktivierung in zonenbasierten Erkennungssystemen
- Beispiel: 2,0 m³ → Zwei QRR0.1G/S-Einheiten anstelle einer QRR0.2G/S
Bei Geräten mit saisonalen/betrieblichen Schwankungen (z. B. hinzugefügte Module während der Produktionsspitze) ist die Größe für die maximale Konfiguration auszulegen, um Systemänderungen während der Lebensdauer zu vermeiden.
Fazit: Implementierung eines effektiven Aerosol-Brandschutzes
Die Auswahl der geeigneten Aerosol-Feuerlöschergröße für elektrische Gehäuse erfordert eine systematische Bewertung des geschützten Volumens, der Umgebungsbedingungen, der Gerätedichte und der betrieblichen Anforderungen. Die VIOX QRR-Serie bietet skalierbare Lösungen von kompakten 0,1 m³-Verteilertafeln bis hin zu 3,0 m³-Schaltanlagen, wobei die DIN-Schienenintegration die Installation in beengten Anwendungen vereinfacht.
Wichtige Erkenntnisse für Spezifikationsfachleute:
- Immer das Netto-Schutzvolumen berechnen unter Berücksichtigung größerer Gerätehindernisse und Anwendung geeigneter Kompensationsfaktoren (K₁, K₂) für Höhe und Leckage
- Kapazität mit 15-25% Sicherheitsmarge wählen um geringfügige Berechnungsvariationen und zukünftige Geräteänderungen zu berücksichtigen
- Richtige Platzierung priorisieren (obere Drittelmontage, freie Ausstoßzonen, umfassende Thermokabelabdeckung) gegenüber der reinen Wirkstoffmenge
- Multi-Unit-verteilte Konfigurationen in Betracht ziehen für Gehäuse über 1,5 m³ oder unregelmäßige Geometrien, um eine gleichmäßige Aerosolkonzentration zu gewährleisten
- Integration in bestehende Brandmeldesysteme wo verfügbar, unter Beibehaltung der autonomen thermischen Aktivierung als Backup-Schutz
Die wirtschaftlichen Vorteile der Aerosoltechnologie – Wegfall der Rohrleitungsinfrastruktur, verlängerte Wartungsintervalle, rückstandsfreie Entladung und kompakte Bauformen – machen VIOX-Systeme besonders attraktiv für Nachrüstungsanwendungen, bei denen herkömmliche Löschmethoden unzumutbare Kosten oder Platzbeschränkungen verursachen.
Bereit, Ihre elektrische Infrastruktur zu schützen?
VIOX Electric bietet umfassende technische Unterstützung für die Auslegung von Aerosol-Feuerlöschsystemen, einschließlich:
- Kostenlose Unterstützung bei der Volumenberechnung für komplexe Gehäusegeometrien
- CAD-Integrationsunterstützung zur Optimierung des Schalttafel-Layouts
- Kundenspezifische Auslegung des Aktivierungssystems zur anlagenweiten Integration der Brandmeldeanlage
- Konformitätsdokumentation zur AHJ-Zulassung (NFPA 2010, UL 2775, ISO 15779)
Besuchen Sie VIOX DIN-Schienen-Aerosol-Feuerlöscher Produktseite für detaillierte Spezifikationen, Installationshandbücher und direkte Kaufoptionen. Für anwendungsspezifische Beratung wenden Sie sich an den technischen Vertrieb von VIOX unter [Kontaktinformationen] oder fordern Sie eine Standortbewertung an, um maßgeschneiderte Empfehlungen für die Anforderungen Ihres Unternehmens an den elektrischen Brandschutz zu erhalten.
Warten Sie nicht auf einen katastrophalen elektrischen Brand, um Schutzlücken aufzudecken – implementieren Sie eine bewährte Aerosol-Löschtechnologie, die Geräte schützt und gleichzeitig Betriebsunterbrechungen minimiert.